Verpflichtend zum Projektablauf des weltwärts-Freiwilligendienstes gehört ein Nachbereitungsseminar, bei dem sich die Freiwilligen austauschen können und von weiteren Möglichkeiten des entwicklungspolitischen Engagements erfahren sollen.

Von diesem komme ich also gerade zurück und war unter anderem in dem vietnamesischen Dong Xuan Center in Berlin-Lichtenberg, sowie bei der Reistrommel, ein Verein der vietnamesische Migranten in Berlin unterstützt.
Nach einem interessanten Seminar und einer coolen Woche mit den anderen Freiwilligen in Berlin, stelle ich nun meinen Abschlussbericht der 6 Monate Freiwilligendienst in Vietnam ein.
Ganze 7 Seiten stark, aber vielleicht findet er ja seine Interessenten :-)

Weltwärts-Abschlussbericht

Abschließend noch ein Best of meiner Fotos in Vietnam.

Ich sage damit „Tschüss“ und bedanke mich bei über 10.000 Besuchern!

Verfasst von: King | 11/07/2010

Linktipps

Vietnam ist ein sehr schönes Land, doch es hat auch noch seine Schattenseiten.
Im Mai dieses Jahres hat Amnesty International seinen Jahresbericht 2010 vorgestellt, hier geht es zum Eintrag über Vietnam.
Ich bin wieder zurück in Deutschland und kann nun auch etwas freier schreiben. Zurückdenken muss ich persönlich an korrupte Polizisten, das Tabuthema Politik im Unterricht und die Aufregung um diesen Artikel über die vietnamesischen Minderheiten.
Auch gibt es für mich wieder freien Zugang zu Facebook, der in Vietnam ja gesperrt ist.

Auch freiwillig, jedoch in einem ganz anderen Winkel der Erde geht es mit meinem Bruder weiter.
Auf kinginmiami können Interessierte für ein Jahr lang an den Erfahrungen eines Freiwilligen in Miami, Florida teilnehmen.

Verfasst von: King | 24/06/2010

WM-Fieber in Hanoi

Wow, bald 2 Monate ist mein letzter Blogeintrag schon alt.
Schande über mich, doch beim Reisen fehlte einfach die Zeit und der PC.
Einen Reisebericht wird es nur von mir persönlich in Deutschland geben, nun ist es ja wirklich nicht mehr lang.

Mittlerweile bin ich wieder zurück in Hanoi und verbringe hier die Zeit bis zum Rückflug damit Freunde zu treffen und natürlich die WM zu schauen.
Leider ist das Spektakel hier gar keines und ich bin gerade neidisch auf alle die in Deutschland sind.
In Hanoi geht zur WM nämlich nicht wirklich was, nicht mal die deutsche Botschaft oder das Goethe-Institut organisieren etwas wie Public Viewing.

Und da die Regierung hier Menschenansammlungen von Grund auf sehr kritisch gegenübersteht, verteilen sich alle über die Bars des Touriviertels in Hanoi.
Wir versuchen natürlich trotzdem so gut wie möglich die deutsche Fußballkultur zu präsentieren und zu verbreiten!

Am Abschluss des Beitrages findet ihr ein paar Bilder aus Hanoi von unserem Gruppenspiel gegen Australien.
Eine Reflexion meiner Zeit hier in Hanoi und allgemeine Gedanken zum Freiwilligendienst weltwaerts wird es dann, nach Ankommen und etwas Abstand, einige Wochen nach meiner Rückkehr geben.

Verfasst von: King | 03/05/2010

Du bist Vietnamese, wenn…

Neulich habe ich bei MeinVZ eine nette Gruppe mit dem Namen „Du bist Vietnamese, wenn…“ gefunden.
Dort haben deutsche Vietnamesen eine Liste zusammengetragen, was „typisch vietnamesisch“ ist.
Ich habe mal die, die ich nach eigenen Erfahrungen selber bestätigen kann, rausgesucht:

-deine Mama die Pizza mit der Schere zerteilt
-deine Eltern sofort bei Ankunft der Gäste die Hausschuhpalette in allen Formen und Größen ausfahren
-deine Eltern chinesische Filme gucken, die über mind. 20 Videokassetten gehen und die Synchronisation aus einer einzigen weiblichen Stimme besteht
-deine Verwandten in Vietnam 3 Tage am Stück in der Hocke sitzen können
-du im Vietnamurlaub vergeblich nach dem Klopapier suchst und neben der Toilette nur eine Popodusche auffindest
-deine weiblichen Landsleute in Vietnam auf Sonnenlicht reagieren wie Graf Dracula (Hut, Gesichtsschutz, Handschuhe bei 35°C im Schatten)
-deine Mutter zu jedem Scheiß Nuoc Mam (Fischsoße!) beilegt
-du mindestens zwei Vornamen hast
-diese kitschig sind (Minh=hell, klug/Duc=Tugend/Tuyet=Schnee/Huong=Duft/Ngoc=Edelstein etc.)
-dich nach einem Vietnamurlaub selbst die fettesten Kakerlaken, tote Hunde am Haken, Froschschenkel etc. nicht anekeln
-dein heute gedämpfter Reis morgen der gebratene Reis sein wird
-in eurer Küche mindestens ein Karton mit Mi Goi (Instantnudeln) von MaMa oder YumYum steht (HaoHao!)
-du zum Knutschen mit Deinem Partner auf dem Moped sitzend an einem Park stehst, neben all den anderen knutschenden Paaren
-du beim Essen die Knochen auf den Fußboden schmeißt!
-du nach dem Essen IMMER Zahnstocher brauchst und Dir dabei die Hand vor den Mund hälst!
-du bereits zum FRÜHSTÜCK eine heiße, fettige Nudelsuppe isst (Pho, Bun Bo ect…)
-dein eigenes Kleinkind zum pinkeln immer direkt an den Straßenrand stellen oder hocken muss
-deine Eltern später bei dir wohnen, wenn sie alt sind
-du zu Hause mindestens zwei Reiskocher hast
-eure Fernbedienungen daheim in Folie verpackt sind
-du Männer kennst, die sich mindestens einen suuuperlangen Nagel wachsen lassen (Daumen, Kleinfinger, beides…), aber total ungepflegt gelb-braun ausschauen (zum Popeln!)
-deine Verwandten in Vietnam mit Jeans ins Meer steigen
-dein Opa seine langgewachsenen Haare auf einem Muttermal zwirbelt
- es dir nicht fremd ist, ohne Helm, mit 1,5 Promille und zu dritt auf dem Roller durch die Gegend zu fahren
- du Bier mit Eiswürfeln trinkst
- du Wassermelone in Salz dipst

Ja, manches davon ist so richtig vietnamesisch :D
Eine nette Sache um eine andere Kultur zu beschreiben ;)
Kann in den Kommentaren gerne ergänzt werden!

Verfasst von: King | 22/04/2010

Halong und die letzten Tage in Hanoi


Am letzten Wochenende habe ich es dann endlich mal in die Halong-Bucht geschafft.
Manchem mag sie vielleicht etwas sagen, gehört sie doch seit 1994 zum UNESCO-Weltnaturerbe und war auch anfangs in meinem Blogheader zu sehen.
Wenn man hier ist, ist es definitiv ein must see, die unzähligen Kalkfelsen im Meer ergeben schon eine unglaubliche Landschaft und haben die Vietnamesen eine nette Geschichte erfinden lassen:

Der Name Vịnh Hạ Long bedeutet: „Bucht des untertauchenden Drachen“ im Gegensatz zu Thang Long – aufsteigender Drache (dem alten Namen von Hanoi). Der Legende nach entstand die Bucht durch einen Drachen, der in den Bergen nahe am Meer lebte. Als er zur Küste lief, zog er mit seinem Schwanz tiefe Furchen in das Land, welches vom Meer überflutet wurde, nachdem der Drache ins Wasser tauchte.
Quelle: Wikipedia

Die Stimmung auf meinem Boot wurde gegen Ende etwas gereizt, da alle Touristen inkl. mir eine Kayakausfahrt dazugebucht und auch schon bezahlt hatten.
Der Kapitän des Schiffes wollte davon dann nichts wissen, zu blöd wenn dann das Reisebüro auf einer Insel liegt, auf die man nicht mehr zurückkommt…
Die Vietnamesen müssen meiner Meinung nach unbedingt ihren Tourismussektor verbessern und die Leute ein bisschen erziehen.
Es gibt Statistiken über die Urlauberzufriedenheit und den damit verbundenen Willen zur Rückkehr. Da schneidet Vietnam im Vergleich zu Laos oder Thailand ziemlich schlecht ab.
Öfters wird man übers Ohr gehauen oder dreist angelogen, nur um mehr Geld aus dem Touristen zu pressen.
Ich meine es ist normal und auch völlig akzeptabel wenn man als „vermögender westlicher Tourist“ mehr zahlt als Einheimische, das tut man anderswo auch.
Doch es kommt auf die Art der Abzocke an.
Wenn das schon normalen Touristen auffällt, die gerne unbemerkt viel zu viel zahlen, dann merke ich das noch häufiger wie die Diskrepanz zwischen den Preisen und dem Umgang mit den Leuten ist.
Das kann einem das Tourist sein in diesem Land schon etwas vermiesen.

Schöne Fotos gab es aber trotzdem, leider war es zwar etwas bewölkt, doch das perfekte Fotowetter hat man in Halong nur ganz selten.
http://picasaweb.google.de/der.christopherking/

Mittlerweile ist auch schon mein Motorbike für einen sehr anständigen Preis verkauft und der Flug in den Süden steht kurz bevor.
Ich habe es besonders die letzten Tage sehr genossen mit meinem Bike durch die überfüllten Straßen Hanois zu fahren :)
Natürlich hatte ich noch ein kleines Abschiedsprogramm vor: „Was willst du nochmal sehen, essen und trinken bevor du Hanoi verlässt?“
Da das Bike ja schon weg war musste manches zu Fuß und mit Bus erledigt werden, da vermisst man den fahrbaren Untersatz schon sofort.
Das ist nicht unbedingt Faulheit geschuldet, in Vietnam ist man als Fußgänger der schwächste Verkehrsteilnehmer und bekommt das auch überall zu spüren. Wäre ja kein Problem wenn es einen Gehweg gäbe, doch die sind alle mit Mopeds vollgestellt ;)

Mit etwas Abstand zur Absage der weltwärts-Verlängerung habe ich mich damit arrangiert und gut abgefunden.
Besonders weil die Wohnsituation immer schlimmer wird: Durch das Klima und die Luftfeuchtigkeit fangen viele Klamotten an zu schimmeln, von Matratze und Krawatte bis Schuhe und Teppich. Ziemlich eklige Angelegenheit sag ich euch.
Zudem müssen die Freiwilligen nächsten Monat aus dem Haus, was wir ja sonst sehr mögen, leider ausziehen.
Das gefällt natürlich keinem, von daher bin ich auch irgendwo froh das Kapitel jetzt beendet zu haben. Ich werde berichten wo meine Freunde dann landen werden…

Verfasst von: King | 10/04/2010

Verfrühter Abschied

Etwas zu lange gab es diesmal nichts von mir zu hören, denn in letzter Zeit hatte ich wenig Zeit und Muße etwas zu schreiben.

Angemeldet hatte ich mich bei dem Freiwilligendienst weltwärts für nur 6 Monate, da ich mir nicht sicher war, wie es mir hier gefällt und ob ich mit Hanoi klar komme.
Denn bei unserem Vorbereitungsseminar in Berlin hieß es noch, dass man seinen Aufenthalt problemlos beliebig lange verlängern könne.
Nun stand die Entscheidung der Verlängerung vor über 2 Monaten an und ich entschied mich noch 2-3 Monate ranzuhängen, da es mir hier sehr gut gefällt.

Leider musste ich dann von meiner Entsendeorganisation letzten Monat erfahren, dass mein Verlängerungsantrag nicht bewilligt wurde, da alte Verträge aufgrund der Kürzungen der Regierung nicht verlängert werden.
Dies traf mich ziemlich unvorbereitet, da ich immer davon ausgegangen bin verlängern zu können.
Entsprechend wütend und enttäuscht bin ich bis jetzt: Erst entsendet man viele Freiwillige, lässt sie in einem Land einleben und Freunde finden und versagt ihnen dann die Verlängerung…

So ist mein Freiwilligendienst mittlerweile also schon zu Ende und ich hatte Zeit Familienbesuch in Hanoi zu empfangen und Reiseführer zu spielen.
Ich denke ich konnte ihnen ein authentisches Bild von Vietnam vermitteln.
Bis zu meinem gebuchten Rückflug ist es noch lange hin, von daher werde ich hier mein Motorbike verkaufen und dann bald zu einer großen Reise starten.
Einen genauen Tag meiner Rückkehr gibt es also auch schon, kann gerne bei mir persönlich erfragt werden :-)

Wie viel ich dann auf Reisen zum Bloggen komme weiß ich noch nicht, vermutlich eher sehr wenig.
Demnächst wird es dann auch neue Fotos zu sehen geben.

Verfasst von: King | 24/03/2010

Das vietnamesische Gesundheitssystem

Ich soll ja mal etwas über den Zustand des vietnamesischen Gesundheitssystems schreiben.
Zum Glück fällt mir das aber ziemlich schwer, da ich hier noch nie zu einem Arzt, geschweige denn ins Krankenhaus musste.

Fangen wir mit den harten Fakten an, die lassen sich recherchieren:
Generell wird das vietnamesische Gesundheitssystem als gut betrachtet, da Vietnam eine Lebenserwartung von 70,6 Jahren und eine Säuglichkeitssterblichkeit von „nur“ 2,6% vorweisen kann.
Vietnam gibt jedoch nur 0,9% des BIP für das Gesundheitssystem aus, dem stehen Ausgaben von ca. 7,4% des BIP für das Militär gegenüber
(zum Vergleich: Deutschland verwendet hier ca. 1,5%, was damit in totalen Zahlen Vietnam natürlich übertrifft).
Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Vietnam#Gesundheitswesen und Microsoft Encarta

De facto sieht es aber nicht überall rosig aus, auch wenn sich das Gesundheitssystem seit den 90′er Jahren stark verbessert hat.
Besonders auf dem Land ist die gesundheitliche Versorgung noch sehr kritisch.

Unschön ist auch die Entwicklung, dass das Gesundheitssystem sich vor allem im Privatsektor verbessert und dadurch vor allem die reiche Bevölkerung des Landes profitiert.
Als hier lebender Westler mag gute medizinische Versorgung im Privatkrankenhaus zwar angenehm sein, doch müssen die Verbesserungen auch für das ganze Volk zugänglich gemacht werden.
Ein interessanter Artikel zu diesem Thema findet man im Ärzteblatt.

Abschließend kann ich euch noch den Blog meiner weltwärts-Kollegin Tanja ans Herz legen, die als Physiotherapeutin in einem staatlichen Kinderkrankenhaus in Hanoi arbeitet und ab und zu von ihrer Arbeit berichtet.

Verfasst von: King | 17/03/2010

Musikgeschmack in Vietnam

Ich habe euch bis jetzt noch gar nicht den Musikgeschmack der Vietnamesen nähergebracht – ein schweres Versäumnis!

Vietnamesische Musik ist hier omnipräsent, ob in den unzähligen Karaokebars, aus den Lautsprechern beim Einkaufen in einem Geschäft oder auch einfach aus dem Handy eines Vietnamesen.
In diesem Beitrag werde ich mich vor allem auf aktuelle Songs konzentrieren, ein Beitrag über traditionelle Musik kommt vielleicht noch.
Ist vieles anfangs sehr gewöhnungsbedürftig oder schlicht schrecklich anzuhören, ertappe ich mich mittlerweile immer häufiger dabei bekannte Songs zu summen.
Es macht einfach Spaß etwas wiederzuerkennen :)

Die Mädels hier sind zum Beispiel Fans von koreanischen Girlbands wie dieser hier, auch Tokio Hotel gehört bei manchen zu den Favoriten.
Sie hören vor allem recht kitschige Lieder, in denen es in 90% der Songs um Liebe geht (yêu).
Ein bekanntes Beispiel wäre Vầng trăng khóc:

Gar nicht so übel oder? ;-) Es hat zumindest Wiedererkennungswert.
Jungs stehen entweder auf Hip-Hop oder Rock, Linkin Park ist hier z.B. auch sehr populär.
Ich mag die vietnamesische Rockband Microwave, die ich auf dem Rockstorm 2010 gehört habe.
Zum Anhören deren Song Tìm lại.

Und einen habe ich noch: Việt Nam quê hương tôi (Vietnam – Meine Heimat) ist ein eher klassischer Song, den ich teilweise selber singen kann, da wir diesen im Vietnamesischunterricht gelernt haben.
Der Nationalstolz der Vietnamesen ist sehr ausgeprägt und selbstverständlich gibt es einige Lieder über die Heimat Vietnam.
Natürlich war ich schon einige Male gezwungen ihn vortragen zu müssen...


Ich hoffe ihr hattet Spaß beim Anhören! ;-)
Noch etwas Kurioses zum Schluss: Neben Tokio Hotel ist die beliebteste deutsche Band wohl Modern Talking!
Ich weiß nicht wie oder wieso sie hier bis heute so bekannt sind, aber es ist keine Seltenheit hier in Bäckereien oder FastFood-Ketten Bohlens alte Hits entgegen geschmettert zu bekommen :D

Verfasst von: King | 11/03/2010

Deutschland für Anfänger

35 Jahre diplomatische Beziehungen sind ein Grund zum Feiern: 2010 findet in Vietnam das Deutschland-Jahr 2010 statt – parallel dazu wird von Vietnam in Deutschland ein Vietnam-Jahr veranstaltet. Die Veranstaltungsreihe steht unter dem Schwerpunktthema „Stadt der Zukunft – Zukunft der Stadt“.

Quelle: Auswärtiges Amt


Anlässlich zu diesem Deutschland-Jahr in Vietnam veranstaltet das Goethe-Institut Vietnam die Ausstellung „Deutschland für Anfänger“.
Diese Wanderausstellung kam aus China über Taiwan nach Hanoi, zieht dann weiter nach Saigon und danach wohl nach Indien.
Anhand der Buchstaben des Alphabets wird hier Deutschland in all seinen Facetten vorgestellt. Dabei steht jeder Buchstabe für ein Wort, zum Beispiel: A für Arbeit, B für Brauchtum, C für Currywurst, F für Fußball, S für Sitten usw..
Ein Teil der Buchstaben wird jedoch nur in der deutschen Botschaft ausgestellt, für M wie Mauerfall wäre es wohl sonst schwierig mit der Genehmigung hier…
Wir haben uns beim Goethe-Institut als Freiwillige beworben und werden nun dort zusätzlich Führungen anbieten und als Ansprechpartner vor Ort sein.
Ich bin für den Buchstaben F eingeteilt und führe dort in einem schicken Goethe-Shirt ein „Deutsche Fußballer“-Quiz durch und kann die Besucher über das Tor von Wembley entscheiden lassen:
Tor oder nicht Tor – diese Frage sollte dann für jeden Besucher nach meiner unparteiischen Beratung kein Problem mehr darstellen ;-)

Wer in Hanoi ist, sollte sich die Ausstellung anschauen, denn sie hat nur noch bis Samstag um 12 geöffnet.
(Öffnungszeiten am Freitag: 10-12 Uhr und 14-17 Uhr).

Am Samstagnachmittag gehe ich dann hier in Hanoi zum Fußballspiel, das Topspiel Hanoi gegen Danang steht an!
Für den Montag habe ich Freikarten für die Hanoier Oper bekommen, das „Vietnam National Symphony Orchestra“ wird Schubert, Mozart und Haydn zum Besten geben.
In dieser Woche startet dann auch wieder die Filmwoche „60 Jahre Deutsches Kino“ im Goethe-Institut und daaaaan dauert es schon nicht mehr so lange, bis mich meine Familie hier besuchen wird. :-)

Verfasst von: King | 07/03/2010

Schwarz-Gelb reduziert weltwärts-Gelder

Eigentlich äußere ich mich hier auf meinem weltwärts-Blog ja nicht über die aktuelle Politik in Deutschland.
Ein Ergebnis des Haushaltsausschusses der Koalition kann ich aber nicht unkommentiert lassen:

Es wurde beschlossen, dem 2007 eingeführten Freiwilligendienst 11 Millionen Euro zu kürzen und damit dessen Mittel von 40 auf 29 Millionen pro Jahr zu reduzieren.
Selbstverständlich muss die Regierung schauen wo sie kürzen kann, doch hier tut sie es meiner Meinung nach am total falschen Ende.
Es gibt also deutlich weniger Geld als anfangs von der Regierung versprochen, zudem geschah diese Kürzung ohne vorherige Kommunikation mit den entsprechenden Entsendeorganisationen, diese trifft dies nun völlig unvorbereitet.
Da mit den Geldern fest geplant wurde, stehen nun wohl auch feste Zusagen und damit die Ausreise mancher Freiwilliger in diesem Jahr auf der Kippe.
Pressemitteilung: http://www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_dok/0,,51043,00.html

Vom 8.3. bis 10.3. soll unser hochqualifizierter Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) während seiner Asien-Reise Station in Hanoi machen.
Ihr erinnert euch, dass ist der, der vor der Wahl das Entwicklungshilfeministerium abschaffen wollte, um nach der Wahl genau dort einen Ministerposten abzusahnen.
Glänzte er in Afrika noch „im modernen Landser-Outfit“, muss er sich nun zurück in Berlin „Postengeschacher“ vorwerfen lassen.
Man darf gespannt sein, wie sich denn Herr Niebel die Zukunft von weltwärts vorstellt.

Ich muss jetzt los auf den Markt – noch reife Tomaten kaufen.

Verfasst von: King | 04/03/2010

Sapa

Ein Dorf nahe Sapa

Am letzten Wochenende bin ich mit einem anderen Freiwilligen nach Sapa gefahren.
Sapa ist eine Stadt in Nordvietnam auf ca. 1600m Höhe und liegt in einer Bergregion an der Grenze zu China.
In der Nähe liegt der Fansipan, ein 3000er Berg und damit größter in Vietnam.

Wir sind mit dem Nachtzug von Hanoi nach Lao Cai gefahren und haben dann einen Bus nach Sapa genommen.
Wir hatten mit unserem Abteil Glück, da wir 2 ruhige Kinder mit Eltern im Abteil hatten.
Andere waren da deutlich lauter und haben mit Musik und lauten Rufen den Pegel auf ein ordentlich vietnamesisches Niveau getrieben.

Sapa an sich ist keine besonders schöne Stadt. Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie von den Franzosen als Bergstation und später als Erholungsort genutzt, da es dort eine sehr angenehme Temperatur hat.
Im Winter gibt es dort auch alle Jahre mal Schnee, wovon unser die Vietnamesen auch stolz ein Bild im Hotel hängen hatten.
Heute ist Sapa ein Ausgangspunkt für westliche Touristen um Nordvietnam zu erkunden.
Dies zieht auch die ethnischen Minderheiten der Hmong und Red Dao an, die in den Bergregionen um Sapa siedeln und in ganz Sapa offensiv ihre selbstgemachten Souvenirs anbieten.

Vietnam ist ein multiethnisches Land, 88% der Einwohner Vietnams sind ethnische Vietnamesen (Việt oder Kinh).
Der Rest der Bewohner setzt sich aus 53 ethnischen Minderheiten zusammen, die in der Geschichte aus China, Thailand, Laos, Kambodscha und Myanmar vertrieben wurden und sich in Vietnam angesiedelt haben.
Wer mehr über sie wissen will, kann bei Wikipedia weiterlesen.

Wir haben uns dann für 2 Tage ein Motobike geliehen und die Umgebung rund um die Stadt unsicher gemacht. Die Landschaft mit den unendlichen Reisterrassen ist einfach wunderschön, Fotos könnt ihr hier sehen.
Momentan ist ja Trockenzeit, die Gegend ist bestimmt noch eindrucksvoller, wenn die Terrassen wassergetränkt sind und in sattem Grün erscheinen.

Die Rückfahrt sollte dann zum Horrortrip werden:
Da wir für den Nachtzug am Sonntagabend keine Liegeplätze mehr bekommen hatten, mussten wir einmal mit einem Soft Seat und mit einem Hard Seat (Holz!) Vorlieb nehmen.
Dazu noch ein Zug voller lärmender Vietnamesen, die auf dem Handy vietnamesischen Pop hören, sich mit Sonnenblumenkernen abschmeißen, ihren Sitz so weit zurück machen, dass normales Sitzen unmöglich wird oder sich beim Schlafen an dich kuscheln – ja es gibt Momente da ist es dann vorbei mit der Harmonie zwischen unseren Völkern ;)

Verfasst von: King | 24/02/2010

Aufruf

Heute möchte ich mich einmal direkt an euch Leser wenden:
Die Besucherzahlen auf meinem Blog finde ich super, doch leider habe ich bis heute noch nicht viele Kommentare erhalten.

Also Besucher meldet euch! Was interessiert euch, wovon habe ich vielleicht nocht nicht berichtet oder erzählt?
Sicher habt ihr auch ganz andere Vorstellungen oder ungeklärte Fragen im Kopf, Dinge die für mich schon alltäglich sind und keine Aufmerksamkeit mehr bekommen.

In der B.Z. vom Sonntag erschien ein sehr lesenswerter Artikel über das Leben der Vietnamesen in Berlin, die als DDR-Vertragsarbeiter nach Deutschland kamen.

Als Rausschmeißer noch ein wunderschönes Video von Südostasien:

Quelle: http://vimeo.com/8728416

Verfasst von: King | 16/02/2010

Tết Nguyên Đán


Ich durfte vor 2 Tagen ein zweites Mal Neujahr feiern!
Vom 13. Auf den 14.02.  war die Silvesternacht zwischen dem Jahr des Wasserbüffels und dem nun kommenden Jahr des Tigers.
Bevor ich euch davon berichte, muss ich noch mehr auf die Vorbereitungen für Tet und wichtige Bräuche eingehen.

Tết ist DAS Fest in Vietnam, die einzigen Ferien der Studenten und normale Arbeiter haben meist 3-5 Tage frei.
Hanoi wird zu Tết dann richtig verrückt:
Da man für Tết nach Hause fährt, kommen viele Vietnamesen aus Saigon zurück und auch viele Auslandsvietnamesen kommen in ihre alte Heimat um das Fest mit der Familie zu feiern.
Dementsprechend voll war Hanoi die letzten Tage, Rush Hour um jede Uhrzeit und noch mehr Unfälle als sonst.
Auch ich hatte dann meinen ersten Unfall: Ich bin mit ungefähr 25 km/h in einer Einbahnstraße gefahren und habe einen anderen Fahrer zu spät gesehen, der in falscher Richtung die Straße entlanggefahren ist!
Mit einem Freund hintendrauf habe ich gebremst und ihn mit 5-10 km/h mit meinem Reifen umgestupst.
Er und seine Begleiterin sind umgefallen und seine Plastikverkleidung ist etwas gebrochen, meinem Motobike ist nichts passiert. Dann wurde sich beschimpft, er: „Kannst du nicht schauen Junge?“ wir: „Kannst du nicht fahren Junge?“.
Nach weiteren gegenseitigen Beleidigungen haben wir dann unsere Wege getrennt  und sind davongefahren.
Das Verhalten nach einem Unfall ist hier wirklich ein Problem:
Die Polizei wollen die wenigsten rufen, da diese korrupt ist und oft nach zugestecktem Geld entscheiden. Versicherungen hat kein Mensch, also wird sich nach einem Unfall beschimpft, Freunde angerufen und oft sogar geprügelt.
Wir hatten Glück, da wir 2 Kerle fahren und er eine Frau dabeihatte.

Da zu Tết auch alle Geschäfte und Restaurants schließen und die wenigen die öffnen, exorbitant hohe Preise verlangen, habe ich mich dann auch im Supermarkt für die nächsten Tage eingedeckt: Spaghetti, Toastbrot, Instant-Nudeln und Kässpätzle an einem Geburtstag hier sollten das Essen für die nächsten Tage bestimmen.

Vor Tết wird das Haus geputzt, oft sogar neu angestrichen und Kinder werden neu eingekleidet.
1 Woche vor Tet beginnt dann die Dekoration und der Baumverkauf:
Es werden kleine Pfirsichbäume (hoa đào) und Kumquatbäumchen (cây quất) gekauft.
Den Verkauf kann man sich ungefähr so wie den Weihnachtsbaumverkauf vorstellen, auf viele Freiflächen werden die Bäume verkauft und man sieht sie in der ganzen Stadt.
Der Unterschied zu Weihnachten ist bloß, dass Vietnamesen die Bäume dann auf dem Motobike nach Hause transportieren, was wirklich eindrucksvoll ist.
Leider habe ich es die Tage versäumt ordentliche Bilder zu machen. Ein Freund von mir hat aber von meinem Motobike aus ein Video gemacht, zudem findet man bei Youtube auch sehr ordentliche.

Das Tếtfest besteht aus 3 Tagen und wird hauptsächlich in der Familie gefeiert.
Es wird geglaubt, dass die Person, die als erstes nach Mitternacht das Haus betritt, das Glück und Erfolg des Hauses bestimmt.
Von daher darf man zu dieser Zeit ein Haus nur nach ausdrücklicher Einladung betreten und kann das als große Ehre betrachten.
Am 1. Und 2. Tettag besucht man dann die engere Familie und Verwandte und geht gemeinsam in die Pagode.  Es wird lì xì (lucky money) verschenkt, hauptsächlich Kinder bekommen die roten Umschläge mit „glücklichem Geld“.
Natürlich gibt es auch kulinarische Delikatessen zu dem wichtigsten Fest des Jahres. Die wichtigste ist bánh chưng, ein quadratischer Reiskuchen, der mit Fleisch und grünen Bohnen gefüllt ist. Schmeckt.. äh gewöhnungsbedürftig ;)
Am 3. Tag besucht man dann Arbeitskollegen und Freunde.

bánh chưng

Wir sind am Silvesterabend also an den Hoan-Kiem-See gefahren, wo das größte und schönste Feuerwerk sein soll. Leider ist der Bevölkerung seit mehr als 15 Jahren verboten selber Feuerwerk zu starten, seit mal ein Dorf abgebrannt ist.
Seitdem gibt es nur noch öffentliches Feuerwerk von der Autorität.
Natürlich war dann auch halb Hanoi am Hoan-Kiem, sodass es gut Gedränge gab.
Das Feuerwerk, war dann ganz ok, hätte mir aber mehr erwartet.
Schon vor Mitternacht hat man in den Häusern große Schreine mit Gaben (Essen, Trinken) für die Ahnen gesehen,  nach Mitternacht wurde dann spezielle Papierfiguren für die Ahnen auf der Straße verbrannt.
Fotos davon, vom banh chung-Reiskuchen, vom Feuerwerk und von der Dekoration um den See gibt es hier: http://picasaweb.google.de/der.christopherking/Tet#

Verfasst von: King | 05/02/2010

Unsere Stadt soll schöner werden!

In einer Woche findet das vietnamesische Neujahrsfest Tết Nguyên Đán statt.
Die Vietnamesen feiern Neujahr ja nach dem Mondkalender, die Feierlichkeiten sind die Wichtigsten des ganzen Jahres und werden so groß gefeiert, wie wenn Geburtstag, Weihnachten und Neujahr auf einen Tag fallen.
Für Tet werden nun viele Besorgungen gemacht, das Haus geputzt und hergerichtet, da viele Gäste erwartet werden.
Das Neujahrsfest wird nämlich im Kreise der Familie gefeiert, weshalb viele Vietnamesen aus Saigon in den Norden kommen und es die Hanoier in die Dörfer um Hanoi zieht.
Denn zum einen arbeiten einige Nordvietnamesen im wirtschaftlich stärkeren Saigon und zum anderen haben viele Bürger Hanois ihre „Heimat“ in einem Dorf um Saigon.
Essen und Hotelzimmer werden um ein Vielfaches teurer und mit Zug- und Flugtickets könnte man wohl schon handeln, wenn sie nicht an eine Person gebunden wären.

Auch die Regierung möchte die Hauptstadt des Landes herausgeputzt sehen und diese bunten Stempel gehören damit nicht dazu:

Diese gehören zum Stadtbild Hanois und werden schon nach einiger Zeit nicht mehr als besonders wahrgenommen, man sieht sie einfach überall!
Man glaubt es nicht, doch diese Farbstempel sind Werbung mit Telefonnumern für Handwerksdienste.
Vor einer Woche schon kamen dann Vietnamesen in Dulux-Overalls durch Hanoi geflitzt, die die ungeliebte Werbung übermalt haben:

Was nun schöner aussieht, muss jeder für sich entscheiden ;)
Mehr über Tet an sich und seine Traditionen gibt es dann in einer Woche.

Verfasst von: King | 29/01/2010

Döner in Vietnam

Wie ihr vielleicht schon auf meinen früheren Fotos gesehen habt, gibt es hier Döner in Hanoi!

Er kostet umgerechnet 50 Cent und wurde dem Geschmack der Vietnamesen angepasst:
Brötchenbaguette, Schweinefleisch (!), Gemüse und scharfe Sauce anstatt Knoblauch oder Kräuter mildern den Geilheitsfaktor zwar gegenüber dem Döner in Deutschland, doch esse ich ihn ab und zu sehr gerne, wenn meine grenzenlose Lust auf Reis mal erschöpft ist. ;)
Über die Entstehungsgeschichte dieser deutsch-türkischen Esskultur in Vietnam gab es Anfang des Monats einen netten Artikel in der Presse, zum Beispiel hier und auch hier.

Verfasst von: King | 22/01/2010

Winterurlaub

Seit Sonntag bin ich nun wieder aus dem Urlaub zurück, erst heute hatte ich aber die Zeit und Muße etwas zu Schreiben. Geschuldet ist das vor allem an dem Wetter seit gestern, es regnet, regnet und will nicht aufhören.
Da der Januar zu den kältesten Monaten in Hanoi gehört, hatten 2 Freunde und ich beschlossen, dass wir unseren Urlaub nehmen und in den warmen Süden entfliehen.
Zudem müssen auch gerade alle unsere Studenten (Jungs wie Mädchen!) ihren Wehrdienst in der vietnamesische Armee ableisten, dort müssen sie sich einen Monat lang Vorträge über Lenin und Co anhören, dürfen am Ende aber wohl auch mit Ak-47-Maschinengewehren schießen.
Direkt im Anschluss haben die Studenten dann Neujahrsferien, sodass diese Arbeit erst Ende Februar weitergeht.
Parallel unterrichte ich ja aber noch den Uni-Staff und lerne mehr oder minder fleißig Vietnamesisch, für andere wurden Arbeitsplätze an einem SOS-Kinderdorf in Hanoi gefunden.
Hanoi ist schon eine schöne Stadt, hat mit seinem gemäßigt tropischen Klima im Winter aber einfach nur scheiß Wetter.
Ab der Wetterscheide in der Mitte Vietnams wird das Klima dann tropisch und ganzjährig warm bis heiß. Dort gibt es dann auch nur noch 2 Jahreszeiten: Regen- und Trockenzeit.
Genug vom Wetter, unseres war dann für 2 Wochen perfekt!
Urlaubsbilder zum Text findet ihr hier!

Reiseroute, bearbeitet nach: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Vietnam_map_de.png

Da wir mit dem Buchen der Flüge einen Tag zu spät waren, konnten wir nicht wie geplant direkt nach Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon) fliegen, sondern haben erst einen Abstecher nach Da Nang und Hoi An gemacht, die in Zentralvietnam liegen.
Da Nang ist eine Großstadt Vietnams und soll zum Spielerparadies ausgebaut werden, einige Casinos haben wir schon gesehen.
Glücklicherweise hat Da Nang auch einen schönen Strand, an dem das Gasthaus unserer Wahl lag: 3$ pro Nacht und direkt am Strand, was will man mehr!
Dort konnte ich eine weitere Eigenart der Vietnamesen beobachten: Da es hier, im Gegensatz zu unserem Kulturkreis, nicht als hübsch gilt braungebrannt zu sein, gehen die Vietnamesen immer erst gegen 17 Uhr mit Kleidung ins Wasser, verrückt!
Doch der Erkundungstrieb ließ uns 2 Tage später mit dem Lokalbus nach Hoi An fahren.
Hoi An ist eine Küstenstadt mit einem sehr schönen Fischerhafen, die berühmt ist für ihre zahllosen Schneidergeschäfte.
Als ich durch Hoi An lief konnte ich meinen Augen kaum trauen: Alles so sauber und liebevoll gebaut – was für ein Unterschied zu Hanoi!
Die Stadt ist heute eine reine Touristenstadt, sie wirkt fast wie für Touristen gebaut.
Dementsprechend auch die Preise für Hotel und Essen, wir waren aber wohl die einzigen Touristen, die im Urlaub mehr für Essen ausgeben als zu Hause ;)
Nichtsdestotrotz lohnt sich Hoi An, auch wenn man sich nichts schneidern lassen möchte.

Von dort haben wir noch einen Trip zum Weltkulturerbe Mỹ Sơn gebucht, Ruinen einer alten Tempelstadt der Cham-Minderheit. Die Ruinen gehen vom Aussehen so in Richtung Angkor Wat in Kambodscha oder Ayutthaya in Thailand.
Mỹ Sơn ist mit einer Größe von 200 m² leider ein kleiner Ableger, doch nicht minder beeindruckend.
Im Vietnamkrieg wurde Mỹ Sơn von den USA bombardiert, da vermutet wurde, dass sich dort Soldaten des Vietcong verschanzen. Vor einem, mit Gras überwachsenen, Bombenkrater hat unser Guide uns aber erzählt, dass diese heilige Stätte nie dazu benutzt wurde.
Auf der Hinfahrt hat er uns schon von seinem Vater erzählt, der als Soldat des Nordens gegen die Amerikaner gekämpft hatte und verständlicherweise noch eine große Abneigung gegen sie hegt.
Und sein Sohn führt nun, 40 Jahre später, als „Vietcong“ verkleidet, amerikanische Touristen durch Vietnam, schon absurd.

Zurück konnten wir endlich von Da Nang aus einen Flug nach Ho-Chi-Minh-Stadt (HCMC) nehmen.
Wir Kommunisten im Norden hier oben nennen die Stadt natürlich nach ihrem gegebenen Namen nach der Wiedervereinigung, im Süden wird man aber noch mehr ihren alten Namen Saigon hören.
Saigon ist „eine der schnellstwachsenden Boomstädte der Welt“ (wiki), wirtschaftlich Hanoi überlegen, internationaler – einfach um einiges fetter als Hanoi.
In Vietnam gibt es, die Sprache der Minderheiten einmal ausgenommen, drei verschiedene Dialekte: Nord-, Zentral und Südvietnamesisch.
Nord und Süd machen sich gegenseitig über ihre Aussprache lustig, und beide lästern über die „Bauern in Zentralvietnam“, diese sollen wohl am dümmsten sprechen.
Es war dann mal interessant das Südvietnamesisch zu hören.
Wenn man aber weiß, was wie anders ausgesprochen wird, aber auch zu Verstehen. Zum Beispiel wird gi und d am im Norden wie ein S ausgesprochen und im Süden wie J.
In Saigon merkt und sieht man die Auswirkungen der Franzosen und Amerikaner: Z.B. das Rathaus und das Postamt sind im französischen Kolonialstil gebaut und für die Kathedrale wurden extra alle Ziegelsteine per Schiff nach Vietnam transportiert.

Saigon hat im Unterschied zu Hanoi ein richtiges Nachtleben, die Straße Pham Ngu Lao im Backpackerviertel Saigons orientiert sich eindeutig an der legendären Khao San Road in Bangkok.
Daraus ergeben sich natürlich Vor- und Nachteile: Erstens sieht man in Saigon viel mehr Kinder betteln, die von ihren Eltern rausgeschickt werden und erst wieder nach einer gewissen Summe ins Haus gelassen werden.
Ich finde es schwierig sich da richtig zu verhalten, denn Geld sollte man ihnen ja nicht geben, da man die Praxis dadurch eher noch unterstützt.
Zweitens gibt es viel mehr „crazy girls“ in Saigon, man wird auf offener Straße nach „do you want a lady vietnam?“ und „bum bum lady vietnam?“ gefragt und im Club sind der Großteil der Vietnamesinnen käuflich.
Dementsprechend viele Vietnamesinnen sieht man dann abends mit ihren meist alten Westlern, die sich so den Urlaub versüßen.
In Saigon kann man dafür aber viel besser shoppen als in Hanoi.
Die Auswahl ist in Quantität und Qualität für westliche Touristen besser als in Hanoi, wo bei Anzugschuhen die Schuhgröße schon mal bei 42 endet.
Einen Kulturunterschied fand ich aber klasse in Saigon: Gibt es in Hanoi überall Teefrauen auf der Straße, bei denen man sich auf bunte Plastikhocker setzen und kalten oder warmen Tee trinken kann, gibt es das gleiche in Saigon nur mit Kaffee! Ich konnte meinen Augen kaum trauen, als ich Kaffee auf der Straße gesehen habe, wenn man sonst nur Tee gewöhnt ist.. :D

Von Saigon aus haben wir Eintages-Touren ins Mekong-Delta und zu den Củ Chi-Tunneln gebucht.
Die Mekong-Delta Tour fand ich nicht allzu aufregend, vielleicht bin ich aber schon zu oft in Vietnam Boot gefahren oder man sollte sich mehr Zeit nehmen und es individueller erkunden.
Die Tour zu den Tunneln unweit Saigons fand ich hingegen sehr kurzweilig und interessant.
Die Vietnamesen hatten schon während des Krieges gegen die Franzosen angefangen Tunnel unter der Erde zum Schutz zu bauen. Dies wurde bis zum Vietnamkrieg (der heißt hier im Land nur „the american war“) so ausgebaut, dass ein 250km langes, dreigeschossiges, Tunnelsystem entstand.
In diesem konnte die Bevölkerung Schutz finden und im Notfall sogar über den Saigon River fliehen, Waffen und wichtige Dokumente aufbewahrt werden und die Soldaten in der ersten Ebene ungesehen amerikanische Stellungen angreifen.
Der Vietcong konnte dadurch nachts ein Gebiet von 30-40 km in der Nähe Saigons kontrollieren, tagsüber wurde das Gebiet dann zum meist bombardierten Gebiet der Kriegsgeschichte.
Die Zugänge hatten die Größe eines DinA4-Blattes – ich habe es reingeschafft, doch kaum ein amerikanischer Soldat!
Zum Aufspüren der Luftlöcher haben die Amerikaner deutsche Schäferhunde eingesetzt, doch auch diese wurden von den Vietnamesen ausgetrickst. Wurde mal ein Zugang gefunden, hatte die US-Armee die koreanischen Verbündeten in die Löcher geschickt.
Man konnte auch in einen Tunnel, der extra für große Westler vergrößert wurde, in dem war es mit Platzangst und Luftnot nicht so dramatisch wie in dem originalen.
Insgesamt schon sehr beeindruckend wie das Volk der US-Armee getrotzt hat.

Zum Abschluss stand noch einmal Strandurlaub an: Es ging auf die tropische Insel Phu Quoc!
Eigentlich wollten wir von Saigon aus mit Bus und Fähre die Insel erreichen, da der Flug aber nur das doppelte kostet haben wir uns zwecks Zeitersparnis für den einstündigen Flug entschieden.
Dann sind wir in 2 Wochen 5x geflogen, bei einem Preis von 30€ pro Flug aber zu verschmerzen :-)
Die Insel ist das Paradies: Weiße Sandstrände, Dschungel der zum Nationalpark erklärt wurde und glücklicherweise noch nicht zu touristisch. Es gibt noch sehr einsame Strände, man hat aber schon vor Ort mitbekommen, dass Vietnam Phu Quoc mitsamt dem Flughafen richtig fett aufbauen will.
Leider gab es am Hauptstrand kleine Quallen im Wasser, sodass wir dann mit geliehen Motorbikes zu anderen gefahren sind.
Wir haben zwei große Motorbike-Touren über die Insel gemacht und hatten einen Heidenspaß dabei, da es nur sehr wenige befestigte Straßen gibt und der Rest der Tour wirklich offroad durchs Paradies war ;)
Dummerweise war ich 2 Tage durch eine Magen-Darm-Geschichte KO gesetzt.
Kurios allerdings, dass mir das in „Westlerrestaurants“ auf Phu Quoc passiert ist und nicht in Garküchen, wo ich Eis aus Bechern trinke, die das letzte mal gewaschen wurden, also Ho-Chi-Minh-Stadt noch Saigon hieß ^^

Nun sind wir wieder zurück in Hanoi, es ist milder, dafür aber auch nasser als gedacht…
Der Urlaub war richtig geil, endlich konnte ich mehr von diesem wunderschönen Land sehen!
Auch wenn ich natürlich gern die Schneemassen bei uns in Berlin erlebt hätte! ;)

Verfasst von: King | 31/12/2009

Silvester (Tết tây)

Chúc sức khỏe! (Prost!)

Stellt euch vor es ist Silvester und keiner geht hin…
Die Vietnamesen feiern ihr Neujahr (Tết Nguyên Đán, Kurzform Tết) nämlich wie die Chinesen nach dem Mondkalender und damit erst Mitte Februar.
Tết ist für die Vietnamesen dann das wichtigste Fest des Jahres, als ob Weihnachten, Geburtstag und Neujahr auf einen Tag zusammen fallen.
Das ganze Land soll sich dann für 2 Wochen im Ausnahmezustand befinden, ich bin schon gespannt das zu erleben!
Deshalb wird hier in Hanoi an Tết tây (Neujahr Westler) leider nur sehr wenig Party gemacht.
Zudem könnte man nicht mal Feuerwerk kaufen, da die vietnamesische Regierung dies vor rund 10 Jahren dem Volk verboten hat, da es zu gefährlich ist und es zu viele Unfälle gab.
Also werden wir Pizza bestellen, etwas zusammen im Haus zusammensitzen und natürlich Dinner for One gucken. Danach geht es wahrscheinlich in irgendeine Bar ins Touristenviertel.
Euch allen wünsche ich einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Am 2.1. fliege ich dann bis zum 17.1. in den Urlaub!
Bei weltwärts habe ich ja Anspruch auf 2 Tage Urlaub pro Monat und im Januar werde ich mir nun 10 davon nehmen und mit zwei Freunden gen warmen Süden fliegen, um der Kälte Hanois zu entgehen.
Mit einem netten Urlaubsbericht werde ich mich dann natürlich Ende Januar hier zurückmelden :)

Ich wurde am letzten Sonntag von einem Freund zu der Hochzeitsfeier seines Onkels eingeladen.
Wir waren zu dritt und die einzigen Westler auf der Feier, war also kulturell hochspannend und interessant das mal mitzuerleben!
„Mitzuerleben“ heißt dann natürlich auch mit rund 20 Onkeln von meinem Freund auf die Hochzeit mit Reisweis anzustoßen…
In der Galerie könnt ihr euch noch ein paar Bilder davon anschauen.

Verfasst von: King | 26/12/2009

Chúc Giáng Sinh Vui Vẻ!

Ich wünsche allen Freunden, Verwandten, Bekannten und Lesern dieses Blog frohe Weihnachtsfeiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Am 24. nachmittags war ich mit anderen Freiwilligen bei der Weihnachtsfeier meiner Uni.
„Weihnachtsfeier in Vietnam?“ werdet ihr sicher fragen.
Wie so vieles haben auch das die Vietnamesen adaptiert.
Viele Geschäfte sind allein der Wirkung auf die potenziellen Kunden wegen extrem weihnachtlich geschmückt.
Ich kann wohl so viel sagen, dass die vietnamesische Art Weihnachten zu feiern nur sehr wenig mit der Deutschen zu tun hat.
Für die Vietnamesen ist Weihnachten einfach ein buntes, kitschiges Fest, das des Spaßes wegen mitgefeiert wird. :)
Mit Besinnlichkeit und Familie hat das hier natürlich gar nichts zu tun.
Trotzdem hatte ich sehr viel Spaß, da die Studenten klassenweise einen Weihnachtscontest veranstaltet haben und ich mit einem weiteren Freiwilligen in der fünfköpfigen Jury war.
Einen Eindruck der Weihnachtsfeier bekommt ihr durch das Video am Schluss des Eintrags.

Danach sind wir nach Hause in die WG gefahren, wo wieder einmal Kässpätzle mit Salat gekocht wurden.
Als Dessert gab es Kuchen und Schokofondue mit Früchten – ein Traum :D
Bescherung gab es natürlich auch, in unserem eingerichteten „Weihnachtszimmer“ mit Lichterketten und Plastikweihnachtsbaum haben wir gewichtelt und ich habe ein interessantes Buch abgestaubt!

Am westlichen Neujahr wird hier in Hanoi nicht so viel abgehen, von daher werden wir wohl alle in eine nette Bar gehen.
Ich hatte schon überlegt meinen geplanten Urlaub im Januar vor Silvester zu beginnen, doch nun sind alle Flüge nach Saigon ausgebucht, sodass ich eben mit allen feiern werde.

Verfasst von: King | 20/12/2009

Umzug

Letzte Woche sind wir in ein anderes Haus umgezogen!
Eigentlich sollten wir in unserem Übergangshaus ja nur einen Monat bleiben, bis uns die Uni etwas Neues sucht oder wir in Gastfamilien wechseln können.
Da beides nicht möglich war, hat uns unsere Entsendeorganisation ein neues Haus in Hanoi gemietet.
Ursprünglich wollte ich auch in eine Gastfamilie, nur sind Männer wohl schwerer zu vermitteln als Frauen.
Zudem habe ich mich an das WG-Leben gewöhnt und fühle mich sehr wohl mit den Leuten hier.

Übersichtskarte: Mein Hanoi

Das neue Haus ist größer, liegt im Bezirk Ba Dình und ist damit deutlich zentraler in Hanoi, sodass ich mit meinem Motorbike keine 5 Minuten mehr zur Uni brauche.
Dummerweise wird gerade unser Nachbarhaus renoviert, sodass der omnipräsente Lärm in Hanoi noch durch Hammerschläge neben meiner Zimmerwand verstärkt wird. Aber man gewöhnt sich ja an alles…
Trotzdem ist uns der Abschied aus unserem alten Viertel My Dinh schon schwer gefallen:
Das Viertel war schöner, günstiger und man kannte nach 3 Monaten schon viele seiner Bewohner – Von der Kioskbesitzerin, über die Bananenfrau bis hin zu den Typen von der Reparatur :)
Unsere Vermieterfamilie, mit denen wir uns ja das alte Haus geteilt hatten, war so freundlich, dass wir sie bestimmt noch mal besuchen werden.
Nun bin ich einmal mehr der neue Westler im Viertel, was wieder Aufmerksamkeit auf sich zieht und auch bedeutet, dass das Feilschen um Obst etc. ums Neue beginnt.

Vor dem Umzug gab es allerdings noch eine Hürde zu überwinden.
Die Anmeldung bzw. die Erlaubnis der vietnamesischen Polizei, dass Ausländer in diesem Haus wohnen dürfen.
Ohne Connections und etwas mehr läuft da nämlich gar nichts, aber nach einiger Zeit war der Weg für uns frei.
In der nächsten Zeit will sich noch die Polizei mit uns treffen um die WG kennenzulernen, wird bestimmt lustig ;)

Themenwechsel:
Gerade sind die 25. Sea Games in Laos zu Ende gegangen, eine Art südostasiatisches Olympia (Südostasienspiele).
Wie so oft schon hat Thailand souverän die meisten Goldmedaillen geholt, allerdings nicht im Fußball, dort ist der 9-malige Sieger aus dem Turnier geflogen.
Vietnam hat hingegen das Halbfinale gegen Singapur souverän mit 4:1 gewonnen und stand dann im Finale gegen Malaysia, die sich gegen Laos durchsetzen konnten.
Schon nach dem Halbfinale war hier in Hanoi die Hölle los, Motorbike-Korsos und Vietnamfahnen wohin das Auge reicht.
Die Vietnamesen stehen da den Deutschen nach gewonnen Fußballspielen in nichts nach.
Vor dem Finale waren alle sehr siegessicher, da Malaysia schon in der Gruppenphase 3:1 besiegt wurde.
Ich habe mich mit ein paar Studenten getroffen und privat in einer Runde von 20 Vietnamesen und 2 Deutschen das Spiel verfolgt und eifrig „VIỆT NAM VÔ ĐỊCH“ (Vietnam Champion!) gebrüllt.
Geholfen hat das leider nichts, Vietnam hat nach schwachem Spiel mit wenig Torchancen durch ein Eigentor kurz vor Schluss 0:1 verloren. Da war die Trauer natürlich groß.
Tags zuvor haben aber die Vietnamesinnen das Turnier gewonnen, also alles wie in Deutschland ;)
Während es zum Spiel wie in Deutschland lecker Bier gab, war ich von den Knabbereien nicht so begeistert: Getrocknetes Fleisch in Reispapier, Tintenfisch und Krabbenchips konnten mich nicht recht überzeugen…

In der Galerie befinden sich Bilder des Umzugs und der Vorfreude vor dem Fußballspiel.

Verfasst von: King | 15/12/2009

2 Tage…

2 Tage, die bezeichnend sind für meine unterschiedlichen Erfahrungen mit dem vietnamesischen Volk:

Tag 1:
Nachmittags hatte ich mein Motorbike aus der Reparatur geholt, da es beim Starten rumgezickt hatte.
Die Vietnamesen von der Reperatur haben mir gesagt, dass wieder alles funktioniert. Als ich allerdings abends wegfahren wollte, ging es wieder nicht.
Also hieß es für uns das Ziel mit dem Taxi zu erreichen.
Der erste Taxifahrer besaß die Dreistigkeit 2x vor dem Start auszusteigen.
Zuerst um sich die Haare in einem Friseurladen zu kämmen, danach um in diesen noch eine CD zu bringen.
Dazu muss man sagen, dass wir es mittlerweile sehr eilig hatten, da Taxis viel langsamer unterwegs sind als Motorbikes.
Daher sind wir aus diesem Taxi ausgestiegen und haben uns ein neues gesucht.
Viel besser wurde es allerdings auch nicht, auch der 2. Taxifahrer musste nach 100m noch kurz aussteigen und eine Art Holzbong rauchen, was hier sehr sehr viele Männer tun. Das ganze sieht dann ungefähr so aus ;)
Mit dem blöden Westler kann man es ja machen, bei Vietnamesen hätte er das nie gemacht…
Hinzu kam, dass dieser Taxifahrer uns versucht hat zu verarschen, da sein Taximeter viel zu schnell ging und er Zickzack zu unserem Ziel gefahren ist.

Was habe ich an diesem Abend die Schnauze voll von Vietnamesen gehabt. Diese Taxifahrer werden wohl nurnoch von den aufdringlichen Motorradtaxifahrern (xe ôm) getoppt.

Am 2. Tag dann das genaue Gegenteil:
Unsere Vermieter waren sehr herzlich und an diesem Morgen bin ich Laufen gegangen.
Viele Leute in unserem Viertel haben gelächelt, Späße gemacht oder eben auch nur aufgeregt „Tay!“ gerufen :D
Sogar der Keksverkäufer hat sich an meinem Vietnamesisch erfreut und nicht versucht mich zu verarschen.
Zudem hat die erneute Reperatur meines Motorbikes nichts gekostet.
Auf 2 Vietnamesen die dich verarschen, kommt eben auch immer einer, der superfreundlich ist und dir bei irgendetwas hilft.
Bekannte und Freunde sind sowieso cool, nur der Kontakt mit Unbekannten auf der Straße kann eben knifflig werden.
Man regt sich eben auf, aber mit etwas Abstand akzeptiert man, dass man für bestimmte Gruppen einfach nur ein reicher Westler ist, den es bestmöglich auszunehmen gilt.

Es ist also nicht so leicht sich eine Meinung über die Vietnamesen zu bilden.
Pauschalisieren kann man ein Volk wohl eh nicht.
Trotzdem würde mir nicht wirklich einfallen die außergewöhnliche Freundlichkeit oder das Lächeln der Vietnamesen zu preisen, dafür erfährt man einfach zu oft das Gegenteil ^^
Vietnamesen, die Westler gewohnt sind, verhalten sich anders als welche die sonst nie einen in ihrem Viertel sehen.
Und Nordvietnamesen sollen ja nochmal ein ganz anderes Volk sein als Südvietnamesen, aber das werde ich erst in ein paar Monaten überprüfen können.
Uns Berlinern wird ja auch Schnoddrigkeit vorgeworfen, was nicht immer stimmt ;)

Verfasst von: King | 07/12/2009

Advent, Advent

Gestern hat mich erst das Web.de-Männchen an den
2. Advent erinnert ^^
Schon komisch, bei 23° kommt halt keine richtige Weihnachtsstimmung auf.
Die Einwohner Hanois tun aber trotzdem alles dafür, es werden Lichterketten aufgehangen und man sieht Plastikweihnachtsmänner und -bäume in Supermärkten.
Macht sich marketingtechnisch auch nicht schlecht:
Obwohl die Vietnamesen mit Weihnachten ja eigentlich so gar nichts am Hut haben, gehen sie trotzdem auf jeden Kitsch total ab, vermutlich weil es etwas „westliches“ ist.
Eine Lichterkette habe ich mir aber auch gekauft, macht mein Zimmer viel gemütlicher :D
Am Nikolaus haben wir Hausbewohner ein schönes westliches Frühstück mit Baguette, Butter, Käse, Wurst, Ei, Marmelade, Peanutbutter, Obst, Kaffee und Milch gehabt.
Das war mal wieder soooo gut! :)
Verglichen zu vietnamesischem Essen, schlägt das vom Preis her natürlich voll ein – pro Person gingen da locker 5 Euro weg.
Aber man gönnt sich ja sonst nichts ;)

Letzten Mittwoch haben wir morgens das Ho-Chi-Minh-Mausoleum besucht, das im Stile des Leninmuseums erbaut ist.
Der gute Onkel Ho ist dort bestattet, einbalsamiert und wird alljährlich frischgehalten, damit er durch Plexiglasscheiben betrachtet werden kann.

Vor dem Besuch musste man seine Kamera abgeben und durfte dann das Mausoleum in Zweierreihen betreten.
Flankiert wurden man jeweils von bewaffneten Soldaten, die einen auf etwaiges Fehlverhalten aufmerksam machen, wie z.B. die Hände in die Hosentaschen zu stecken.
Etwas Respekt und Achtung sollte vor dem „Volkshelden“ Vietnams aber selbstverständlich sein.
Sehr spektakulär war der Besuch nicht, man wurde sehr schnell an ihm vorbeigeschleust. Trotzdem ein Pflichtbesuch, wenn man sich solange mit dem Land beschäftigt.
Ho Chi Minh persönlich war übrigens gegen diesen Personenkult bzw. diese Form der Zurschaustellung seiner selbst nach dem Tode, doch die vietnamesische Regierung entschied sich gegen seinen Willen.
Sein Wunsch war es, dass seine Leiche verbrannt wird und dessen Asche über Nord- und Südvietnam zerstreut wird.

Am Freitag haben wir uns in der Oper Hanois die Weihnachtsgeschichte „A Christmas Carol“ von Charles Dickens angeschaut.
Das Stück wurde aufgeführt vom britischen TNT Theatre – und zwar ziemlich gut!
Mir hats sehr gefallen, mag die Geschichte schon seit dem Film „Die Geister die ich rief“. Zeitweise kam sogar etwas  Weihnachtsstimmung auf :)

In der Galerie findet ihr Bilder von meinem Zimmer in den ersten Tagen und wie es heute aussieht:

Verfasst von: King | 01/12/2009

Rock Storm 2010

Am Samstagabend war ich mit Freunden beim
Hanoi Rock Storm-Festival 2010.
Ein vietnamesisches Rockfestival im Nationalstadion direkt vor unserer Haustür – da musste ich hin! ;)
Die Eintrittskarten des Konzerts wurden vorher kostenlos an Schulen und Universitäten verteilt, wir sind aber vorher an keine gekommen.
Wir waren vor dem Stadion schon kurz davor uns welche von privaten Händler zu kaufen, bis uns ein vietnamesischer Student 2 Tickets geschenkt hat, sehr nett!
Im Vorfeld musste ich zum ersten mal für das Parken meines Motorbikes 20.000 Dong zahlen, normalerweise zahlt man vielleicht 4000 – Halsabschneiderei!
Schon vor dem Stadium war die Hölle los: Hunderte Motorbikes und noch viel mehr Vietnamesen drängten sich vor dem Eingang.
Manche waren Schwarz und mit T-Shirts von Nirvana und Led Zeppelin angezogen, andere hatten aber auch die Kluft ihrer Lieblingsband, wie z.B. Microwave oder Ngũ Cung, an.
Endlich drinnen sind wir direkt in den Innenraum gestürmt, wo so richtig die Post abging:
Der ganze Innenraum voller Menschen und ein paar Westler mittendrin!
Es schien, als wären wir für manche mehr Attraktion gewesen als die Rockstars selber. :D
Andauernd gab es Fotos zu machen und selbstverständlich auch angegafft zu werden.
Als wir aber ordentlich mitgefeiert und gesungen haben, ist das Eis schnell gebrochen und wir wurden umarmt und voll in die große Party integriert.

Zur Musik selber muss ich sagen, dass ich extrem positiv überrascht war.
Kannte ich bisher nur die schnulzigen vietnamesischen Liebeslieder, hatten diese Herren richtige Stimmen und wussten auch mit ihren Gitarren umzugehen.
Von sehr harten Tönen mit Shouteinlagen des Sängers bis zu eher soften Rocksongs wurde von den Bands alles geboten.
Ich habe versucht ein bisschen zu filmen und ein paar Schnipsel lassen sich auf Youtube anschauen:

Verfasst von: King | 25/11/2009

Von Panzern und Pagoden

Gerade erleben wir in Hanoi einen schönen Spätherbst mit Temperaturen um 25° C!
Am Wochenende hatte unsere Uni einen Ausflug nach Hai Duong für die Studenten des 2. Semesters und uns organisiert.
Mit gemieteten Reisebussen meisterten wir den Trip nach Hai Duong, auch wenn die Vietnamesen im Bus wieder singen mussten :D und wir zwischendurch einen anderen Weg einschlagen mussten, da eine Straße aufgrund eines Unfalls gesperrt war.
Die Universität ist ja nach dem ehrenwerten Herrn Nguyễn Trãi benannt, für den es dort das Con Son Monument gibt, das wir uns mitsamt Pagoden angeschaut haben.

Einen Tag habe ich mich hier dann mal wieder
als Tourist gefühlt :)
Habe mir mit ein paar Freunden die Ein-Säulen-Pagode (Chùa Một Cột) angesehen, zu der es auch eine nette Legende gibt:

Dem kinderlosen König Lý Thái Tông erschien im Jahre 1049 im Traum eine auf einer Lotusblüte sitzende Göttin, die ihm einen Sohn überreichte.
Als er dann kurze Zeit später wirklich Vater wurde, ließ er die Pagode aus Dank in Form einer Lotusblüte erbauen.
Die Originalpagode wurde leider schon 1954 von den Franzosen vor ihrer Flucht zerstört, sodass man sich nun nurnoch einen Nachbau anschauen kann.

Eben diese Pagode auf einem Pfahl befindet sich unweit des Ho Chi Minh-Mausoleums, ein massiger Betonklotz, dem man seine sozialistische Bauweise sehr ansieht.
Den Besuch haben wir uns aber gespart, da die Lust auf Unmengen von Ausstellungsstücken von und mit Ho Chi Minh nicht so da war.
Stattdessen bin ich mit Gregor in das Armeemuseum von Hanoi gefahren :D
Dort gibt es zum einen ruhmreiche vietnamesische Armeefahrzeuge russischer Bauart zu sehen und zum anderen erbeutetes Kriegsgerät aus dem Krieg gegen die Franzosen und Amerikaner.
Viele Vietnamesen haben natürlich wie wild Gruppenfotos vor den Panzern und Kampfflugzeugen gemacht, unglaublich ^^
Im Innenteil des Museums gab es viele Fotografien, Schriften und Handfeuerwaffen zu sehen.
Hier hat man relativ stark die Propaganda des Staates bemerkt: Es war von „unseren Truppen“ die Rede, es gab Fotos von barmherzigen nordvietnamesischen Soldaten und  der Sieg des Krieges war eben überall ein großes Ding.
Ist ja auch eine Leistung sich erst der Invasion der Franzosen und danach der Amerikaner im eigenen Land zu erwehren.

Draußen war es trotzdem interessanter, weil viel anschaulicher ;)
In der Mitte des Hofs steckt nämlich ein B-52 Bomber senkrecht im Boden und von hier an lasse ich am besten die Bilder sprechen!

Verfasst von: King | 18/11/2009

Im Hanoier Verkehr!

Endlich bin ich in Hanoi angekommen – nun bin ich ein richtiger Hanoier.
Wieso? Habe mir heute ein Motorbike gekauft! :D
Eine mintgrüne Suzuki Best 110cc, zusammengeschraubt in Thailand (teurer und laut zuverlässigen Quellen besser als die Fakes aus China).

Ich gebe zu, die Farbe ist nicht allzu geil, wichtig waren mir aber vor allem Zustand und Preis.
Nachdem schon 3 andere Freiwillige eins haben, habe ich es nicht mehr länger ausgehalten und werde mich nun schweren Herzens von meinem Drahtesel trennen.
In Deutschland konnte ich mir noch nicht recht vorstellen, Teil des motorisierten Hanoier Verkehrs zu sein.
In Hanoi braucht man aber einfach ein Motorbike, wenn man mobil sein will, es ist Fortbewegungsmittel Nummer 1 geworden.
Konnte man vor 10-20 Jahren noch mehr Fahrräder als Motorbikes sehen, kommen nun wohl täglich 1000 Neue auf Hanois Straßen hinzu.

Vor dem Kauf gab es aber noch 2 elementare Fragen zu klären: Wie lerne ich eigentlich Motorbike zu fahren und wo kaufe ich mir am besten eine gute gebrauchte Maschine?
Ersteres ließ sich leicht bewältigen: Am letzten Sonntag bin ich mit einem Freund in eine weniger befahrene Straße gefahren und habe dort 30 Minuten geübt.
Die üblichen Maschinen sind hier 4-Gang Halbautomatik, eigentlich sehr einfach zu fahren.
Habe ich mich die ersten 5-10 Minuten noch ziemlich schwer angestellt, ging es dann immer besser. Die erste Hürde war gemeistert!
Der eigentliche Kauf war dann schon ein größere Hürde: Nach der Arbeit bin ich mit einem Kollegen zu einem Gebrauchtmotorbikemarkt gefahren, um mich dort umzuschauen.
Leider meinen die Vietnamesen beim Anblick zweier Westler mit den Preisen rumzuspinnen. Zum Glück kannte sich mein Kumpel gut mit den Preisen und vietnamesischen Maschinen aus, sodass wir uns dort nicht verarschen ließen.
Die Rettung kam in Form einer Kleinanzeigen-Zeitung!
Dort sind sehr viele inseriert mit dem großen Vorteil, dass man schon den vietnamesischen Festpreis sieht.
Also habe ich mir kurzerhand einen vietnamesischen Freund geschnappt und habe mir mein Motorbike angeschaut – und sofort zugeschlagen.
Bezahlt habe ich 4 Millionen (~ 150€) für eine Best aus dem Jahre 2001 mit Wäsche und Ölwechsel, die für Vietnam in einem sehr passablen Zustand ist.
Noch ein paar Reparaturen und ich liebe mein Baby, habe heute schon den ganzen Tag gegrinst. :D

Den Verkehr ansich würde ich als geordnetes Chaos bezeichnen.
Regeln wie Rechts vor links gibt es natürlich nicht, der Stärkere hat Vorrang.
Mit meinem Motorbike bin ich schon eine Stufe auf der Leiter hochgeklettert, was Autos und Busse natürlich immer noch nicht davon abhält mich von der Straße zu bringen.
Wenn sie aber sehen, dass ich ein Ausländer bin fahren Sie oft rücksichtsvoller.
Da ich ja nun schon einen Monat den Hanoier Verkehr mit dem Fahrrad überlebt habe, bin ich optimistisch, dies auch mit dem Motorbike zu tun.
Man muss einfach voll konzentriert sein, mit jeder noch so dreisten Aktion rechnen und immer bremsbereit sein.
Was die Vietnamesen teilweise mit ihren Bikes transportieren ist sehr abenteuerlich, davon muss ich unbedingt noch Fotos hochladen.
5 Personen, Schweine, Wasserkanister, Glasscheiben, Stahlrohre – man muss es nur wollen.
Der eine oder andere Blechschaden in der Rush Hour wird aber wohl unvermeidbar sein. Diese gibt es jeden Tag um 18 Uhr wenn die Vietnamesen nach Hause fahren.
Bei den Staus wird dann auch ganz dreist der Gehweg zur Straße umfunktioniert und die Feinstaubbelastung dürfte in manchen Teilen locker Bangkok übertreffen.
Aber dafür habe ich ja meinen feschen Mundschutz ;)
Auch geil: In Hanoi gibt es an vielen Ampeln wie in Bangkok einen Counter der die Rot- bzw. Grünphase runterzählt.
Doof ist nur, dass die Vietnamesen, die Grün haben, 3-4 Sekunden vorher losfahren und die die Rot haben wiederum 3-4 Sekunden länger. Die Folge sind oft sich begegnende Motorbikes mitten auf der Kreuzung..

Hier in Hanoi mussten wir nun leider einen Temperatursturz um 20° Celcius erleben.
Hatten wir vor ein paar Tagen nach über 30°, sind es jetzt nurnoch um 17°.
Der Winter kommt!
In den Reiseführern in Deutschland hatte ich ja schon von dem kalten Hanoier Winter gelesen, aber wie arschkalt sich das anfühlt wenn man erstmal über 30° gewöhnt ist!
Die kurze Hose und Flip Flops muss ich nun erstmal im Koffer lassen, die Vietnamesen laufen nun schon in Winterjacke und teilweise mit Handschuhen und Mütze durch die Straßen.
Hanoi liegt einfach zu nördlich, wir sollten ganz schnell Urlaub in den Süden machen ;)
Zu laut darf ich mich wohl aber nicht beschweren, denn die Eiseskälte Deutschlands kennen sie hier nur auf den Bergen..

Leider kann ich mich nicht mehr über Facebook melden, da die Regierung Vietnams auf die tolle Idee kam Facebook zu blocken :/
Die Verbreitung von Kritik ist dem Einparteienstaat wohl noch nicht recht.
Über Proxys kommt man natürlich rein, die Verwendung dieser ist aber in Vietnam strictly illegal!
Schon kurios, da man sonst Filme und Spiele downloaden darf bis zum geht nicht mehr oder an jeder Ecke kopierte Filme kaufen kann.
Aber da scheinen sie sich jetzt echt zu haben.

Verfasst von: King | 13/11/2009

Hundefleisch

Heute mal ein Ekelbericht! *grins*
Auf dem Weg zur Arbeit fahre ich immer an einer Art Metzger vorbei, bei dem gehäutete Hunde am Haken hängen und die Frau des Besitzers begeistert Hunde schlachtet.
Da das ganze immer sooo lecker aussieht, sind wir natürlich einmal Hund Essen gegangen!
Hundefleisch (thit chó) ist hier eine Delikatesse und wird von den Vietnamesen, die Hund essen, vielleicht 1-2x im Monat verzehrt.
Das Essen von Hunden in Vietnam ist vor allem im Norden verbreitet und hat den Vorteil, dass es nicht so viele streunende Köter wie in anderen südostasiatischen Ländern gibt.
Hier werden diese halt einfach eingefangen und gebraten :D

Diese kleinen schwarzen Würste (wovon ich eins mit den Stäbchen halte) bestehen aus den Innereien des Hundes.
Dazu gab es Hundefleisch, Soßen und Blätter zum Einwickeln.
Das Fleisch hat recht normal geschmeckt, nur die Würste waren wirklich seeeehr gewöhungsbedüftig ^^
Traditionell wird zu Hund Vodka getrunken, wieso weiß ich nicht. Uns kam es ganz gelegen, so konnten wir der natürlichen Desinfektionskraft des Alkohols vertrauen ;-)
Nach diesem Essen hatte ich auch keine Beschwerden mit dem Magen!
Ich bin kein großer Hundefreund, von daher ging es schon runter, aber nochmal muss ich es eigentlich nicht essen, dazu gibt es viel zu leckere andere Dinge.

Bei dieser Gelegenheit etwas über solche „Straßenlokale“/ Garküchen.
In jeder Straße gibt es mehrere und sie bestehen meist aus dem vorderen Teil (Tische und kleine Plastikhocker) und dem hinteren Teil der Küche. Oft sitzt man bei uns im Viertel auch direkt im Wohnzimmer der Besitzer
Nach anfänglicher Skepsis aufgrund des Aussehens und der Hygiene, gehört das Essen dort nach ein par Tagen zur Normalität.
Wir essen also wie die einfachen Leute Reis mit Beilagen (com binh dan) und das in unserem nontouristischem Viertel auch noch saugünstig.
Teurere Restaurants beginnen dann bei uns ab 3€, wobei das Essen manchmal schlechter, oft kleiner und die Kundschaft prolliger wird.

Verfasst von: King | 09/11/2009

Ausflüge ins Grüne

Am letzten Wochenende hat ein vietnamesischer Freund ja ein paar von uns in sein Dorf eingeladen, um mit ihm dort das Wochenende zu verbringen und sich die vietnamesische Dorflandschaft anzuschauen.
Das Dorf lag angeblich eine Stunde weg von Hanoi, dumm nur, dass er die Strecke bisher nur mit dem Motorbike oder dem Auto zurückgelegt hat.
Wir sind mit dem Linienbus gefahren, der annähernd so voll ist wie eine U-Bahn nach einem Hertha-Spiel.
Nach 2 Stunden Stehens und Schwitzens sind aber auch wir heil im Dorf ankommen und durften blauen Himmel und saubere Luft genießen. Hanoi ist einfach so vermüllt und dreckig, da freut man sich über jede unverpestete Luft.
Im Haus angekommen haben wir in einer netten Runde auf dem Boden gegessen und getrunken, sodass gegen Abend auch die Riesenflasche Schnaps geöffnet wurde.
Danach ging es zum Feiern natürlich (!) zur Karaoke.
Im Dorf ist der Standard allerdings ein anderer als in Hanoi:
Während man in Hanoi in netten abgetrennten Räumen sitzt, saßen wir im Dorf einfach im Wohnzimmer einer Familie, die sich mit der Karaokemaschine Geld dazu verdient haben :D

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Nach ungewohntem Schlaf auf dicken Matratzen, erkundeten wir am nächsten Tag das Dorf und die umliegende Landschaft. Eigentlich wollten wir auf  einen Berg in der Nähe steigen, da Vietnamesen aber grundsätzlich lauffaul sind und mit ihrem Motorbike überall hinfahren, heben wir uns diese „Wanderung“ fürs nächste mal auf, wenn wir mit Auto/ Motorbike näher an den Berg heranfahren können…
Im Dorf gab es auch eine große Kirche, die angeblich vor 100 Jahren von den Franzosen gebaut wurde und nun restauriert wird.
Unweit der Kirche wurden wir von einer Horde Kindern empfangen, die uns „Merci beaucoup, merci beaucoup!“ zuriefen. Was man eben so auf Westlerisch kann ;)
Nach wiederum aufreibender Fahrt zurück nach Hanoi-City habe ich schon abends gemerkt, dass es mir nicht besonders gut ging. Am nächsten Tag hat sich dann herausgestellt, dass ich wohl im Dorf etwas gegessen habe, was nicht mehr sooo gut war.
Ergebnis: 3 Tage total-KO und normaler Stuhlgang nach 6 Tagen :S
Nunja, sowas wird einem hier wohl noch öfters passieren…

An diesem Wochenende haben wir einen 2-Tages-Trip zum Cuc Phuong Nationalpark gebucht, der 1962 als erster Nationalpark Vietnams gegründet wurde und eine Größe von 22 200 ha tropischen Regendwald umfasst.
Leider habe ich vor der Abfahrt partout meine Kamera nicht gefunden, sodass ich die Tage die Fotos der anderen einsammeln muss. Nachdem ich die Suche heute schon fast wieder aufgegeben hatte, habe ich sie zufällig im Küchenschrank gefunden, weiß Gott wie die da hinkam..
Auf dem Weg zum Nationalpark habe ich zum ersten mal Gräber in Vietnam gesehen – und zwar mitten im Reisfeld!
Die Vietnamesen lassen sich auch in Särge beerdigen, nur hatte ich bisher noch keine Friedhöfe in Hanoi gesehen.
Im Nationalpark haben wir einen 6km Rundgang zu einem 1000-Jahre alten Baum gemacht, der eine wirklich beeindruckende Größe vorweisen konnte.
Danach ging es auch schon zurück zum Dinner und Hotel.
Leider wurden wir bei dieser Tour etwas verarscht und haben vorher das Programm nicht genau ausgehandelt, sodass wir am 2. Tag anstatt Nationalpark zu den 3 Grotten (Tam Coc) gefahren wurde.
War wieder so eine Bootsfahrt wie bei der Tour zur Parfumpagode, nur diesmal zu/ unter 3 Felsen (Grotten) hindurch.
Einfach eine schöne Landschaft, diese trockene Halong Bucht.

Hier ist es jetzt schon wieder 01:45 und ich habe verfolgt, wie es Köln mit 2 Torschüssen schafft gegen Hertha zu gewinnen. Wenn ich wieder in Deutschland bin, kann ich dann wohl bald Montags Fußball gucken…
Morgen heißt es wieder um 9:00 Uhr Vietnamesisch Unterricht, weshalb ich heute Abend keine Fotos mehr hochladen werde.
Muss ja fit sein für weitere Versuche mich dieser fremden und schweren Sprache zu nähern. ;)

Verfasst von: King | 31/10/2009

Deutsches Essen

Komme gerade leider nur wenig zum Schreiben.Spätzlepresse
Diese Woche haben wir zum ersten Mal bei uns in der WG gekocht: Kässpätzle!
Wir haben ja ein paar Schwaben hier und einer hat tatsächlich eine Spätzlepresse und ein schwäbisches Kochbuch mit nach Hanoi genommen!
Haben alle Zutaten problemlos bekommen, nur für den Käse bestimmt 7€ bezahlt..
Dazu haben wir Salat gemacht, das war dann ein richtiger Hochgenuss!
Vielleicht nicht ganz so gut wie bei Muttern ;) aber für unsere Kochkünste sehr ordentlich.
Fotos schaff ich vielleicht gleich hochzuladen.

Sonst haben wir in unserer Uni noch das Oktoberfest mit deutschem Henninger-Bier und deutsch-vietnamesischer Wurst gefeiert.
Eine sehr lustige Veranstaltung, besonders da unser Bayer vorher bayerische Blasmusik runtergeladen hat.
Dazu mit Vietnamesen abzugehen hat schon Stil :D


Heute Abend haben die Studenten der Uni eine Halloweenparty in der Uni organisiert.
Ich und ein paar andere Freiwillige wurden aber von einem vietnamesischen Freund in sein Dorf eingeladen, das ca. 1 Stunde entfernt von Hanoi liegt.
Habe mehr Lust die Landschaft und traditionelles Dorfleben anzugucken als heute Abend Halloween zu feiern.

Verfasst von: King | 27/10/2009

Geburtstag!

Vielen Dank für all die Glückwünsche per Telefon, Mail und meinvz!
Ist schon etwas anderes seinen 20. in Hanoi zu feiern.
Gerade an so einem Tag fehlen einem natürlich die Lieben zu Hause und die Familie bei Kaffee und Kuchen :)
Aber andererseits hat es auch was seinen Geburtstag in Vietnam zu feiern.
Leider werden Geburtstage hier gar nicht so groß gefeiert, es gibt eigentlich nur ein großes Fest, Tet – Das Neujahrsfest, an dem dann quasi alle Vietnamesen „Geburtstag“ haben und feiern.
Wir alle sind natürlich trotzdem mit zwei vietnamesischen Freunden in eine „Bia Hoi“: Ein großes, offenes Restaurant, in dem der Schwerpunkt beim Trinken liegt.

Bia Hoi

Danach sind wir weiter zum Karaoke – der Ort zum Feiern hier!
Die meisten Bars und Discotheken müssen nämlich schon gegen max. 23 Uhr schließen.
Wenn diese länger machen wollen, müssen sie die Rollläden runtermachen und die Polizisten bestechen, die sonst den Laden räumen. So läuft das in Vietnam…
Leider hatte der Laden nur wenige englische Songs und die die es gab, waren Schnulzen von Boybands.. worauf die Vietnamesen eben stehen.
Wer es ertragen möchte uns zuzuhören, dem sei hier die Möglichkeit dazu gegeben ;)
Besonders gefreut hab ich mich aber über Cherry Lady von Modern Talking :D

Um 0 Uhr vietnamesischer Zeit wurden dann Happy Birthday gesungen und es war auch ohne Geburtstagskuchen eine klasse Party.
Geschenkt bekommen habe ich dann natürlich auch etwas: Badmintonschläger, ein Gutschein für eine kostenlose Massage und eine Flasche Merlot aus Chile!
So kann a) der Sport vor der Tür endlich losgehen und b) meine durch die Stoffmatzratze verursachten Rückenschmerzen gelindert werden :)

Dank der Zeitumstellung in Deutschland darf ich ja quasi 25 Stunden Geburtstag feiern!
In Vietnam gibt es nämlich keinen Unterschied zwischen Sommer- und Winterzeit, sodass der Unterschied zu euch nun +6 Stunden beträgt.
Jetzt kommt die Bundesliga für mich also noch später, aber die will ich ja gerade eh nicht sehen :/

Verfasst von: King | 24/10/2009

Trip zur Parfümpagode

Letzte Woche Samstag haben wir unseren ersten „Ausflug“ gemacht.
Bei schönem Wetter wollen wir die Wochenenden dazu nutzen die nähere Umgebung Hanois zu erkunden, also haben wir im Alten Viertel Hanois für 10€ einen Trip zur Parfümpagode gebucht.
Allein die Fahrt dahin war für uns ein Highlight!
Raus aus dem vollen, staubigen, versmogten und dreckigen Hanoi und ab aufs Land, wo es Dörfer, blauer Himmel und jede Menge Reisfelder zu bestaunen gibt!
Nach 60km Fahrt sind wir am Abfahrtsort zur Parfümpagode angekommen. Diese liegt im Hương Tích (Berg der Duftenden Spuren) und ist eine der bekanntesten buddhistischen Pilgerstätten Nordvietnams.
Zu diesem Berg gelangt man nur per Boot, sodass wir eine 40-minütige Bootsfahrt auf Blechbooten über den Yen-Fluss genießen durften!
Das Wetter war an diesem Tag wunderbar und wir konnten die Landschaft mit den Karstbergen drumherum genießen. Nicht zu verachten auch die Ruhe und Stille, diese lernt man in Hanoi echt zu schätzen.

Parfümpagode

Am Fuß des Berges angekommen, folgte der knapp einstündige Aufstieg zur Pagode.
Für Fußkranke gibt es mittlerweile aber auch schon einen Lift.
Bei der Parfümpagode ist aber eher der Weg das Ziel, denn der Aufstieg hat uns mit seiner Aussicht so gefallen, dass ich mit ein paar anderen auch wieder runtergewandert bin.
Die Pagode ansich fand ich nämlich nicht soo spektakulär, ein großer Felsen in einer Grotte (Drachenmaul) und goldene Buddhafiguren, die verehrt werden.
Nach einem Lunch, der im Preis enthalten war, sind wir dann nach Hanoi zurück.
Ein schöner Ausflug und die nächsten sind schon geplant!

Während der Woche war Unterrichten und Vietnamesisch lernen angesagt. Gestern fand dann eine offizielle Wilkommenszeremonie für die neuen Studenten statt und wir sollten uns alle schick machen.
Also habe ich mir mit ein paar Kollegen für 17€ Hemd und Hose gekauft, Krawatten gab es von der Uni :)
Die Mädchen durften sich einen Ao Dai (gesprochen: Ao Sai) ausleihen, das Nationalkleid der Vietnamesinnenn. Fotos davon werden die Tage nachgereicht.
Nach der Zeremonie bin ich dann mit Michael auf seiner Honda um den Westsee (Ho Tay) gefahren.
Der Westsee ist der größe See Hanois und liegt ganz im Nordwesten Hanois.
Dort leben viele Westler und man sieht an manchem Ufer Villa neben Villa.. also ein Bonzenviertel Hanois.
Leider hatte ich meine Kamera vergessen, war ein sehr schöner und sonniger Tag.
Nach 3 Stunden rumcruisens in der Sonne sind wir dann heim gefahren.
Zuhause war ich dann echt müde und mir ging es nicht besonders gut. Ergebnis des Tages: Sonnenstich und 39° Temperatur am Abend.
Nach 16 Stunden Schlaf am Stück und einer Aspirin geht es mir aber besser, denn ich muss ja fit für meinen Geburtstag sein!
Heute Abend gehen wir ins Restaurant und wollen reinfeiern :-)

Verfasst von: King | 18/10/2009

Zwischenfazit nach dem ersten Monat

Der erste Monat ging schonmal verdammt schnell rum und in letzter Zeit ist eine Menge passiert:
Für die Uni musste ich schon einen kleinen Bericht über die ersten 2 Wochen schreiben, der hier zu finden ist.

PoolpartyLetzten Samstag waren wir zu einer „Salsa-Poolparty“ eingeladen und sollten dort anfangs die Gäste begrüßen und einfach mal wieder Westler-Attraktion sein.
Bis auf die engagierten Tänzer auf der Tanzfläche und die engagierten Models im Pool waren die Vietnamesen sehr zurückhaltend.
Als wir dann mitfeiern durften und als Helfer kostenlosen Alkohol bekommen haben, haben wir die Party getreu nach unserem Job aufgemischt und den Pool in Besitz genommen.
Wurde dann so bisher der geilste Abend in Hanoi, Fotos auf Flickr.

Am Tag danach habe ich mir für 10€ ein Fahrrad gekauft!
Es ist zerbeult, rostig, hat einen harten Sattel und schwache Bremsen und liegt daher genau im Hanoier Standard :)
Mit dem Bus habe ich gut 60 Minuten zur Uni gebraucht, mit dem Fahrrad brauche ich nur noch die Hälfte.
Jetzt kann ich mich richtig in den Hanoier Verkehr stürzen und bin mobiler als mit dem Bus, der zudem auch oft nur bis max. 22:30 fährt.
Das mindert jetzt auch die eher suboptimale Wohnsituation am Rand Hanois.

In Deutschland ist es ja schon so richtig kalt und ungemütlich geworden.
Hier kann ich endlich einmal meinen Geburtstag im Warmen feiern!
Doch auch hier wird es kälter und im Dezember/ Januar wird eine Durchschnittstemperatur von 14° erwartet. Bibber!
Mittlerweile habe ich mich hier gut eingelebt und fühle mich sehr wohl.
Kleine Erfolgserlebnisse reihen sich aneinander, wenn man die Preise der Markthändlerinnen versteht und es wiederum versteht sie zu drücken ;)
Nach einer Zeit kennt man auch die Preise.. darf gar nicht schreiben, was ich einmal für ein Paar Bananen bezahlt habe :O
Wenn man es umrechnet ist es aber immer noch günstig..

Woran ich mich im vietnamesischen Leben echt noch gewöhnen muss, ist die Mittagspause in Vietnam.
Unsere ist gerade noch extrem lang, meistens dauert sie 2 Stunden. In dieser Zeit schlafen die Vietnamesen im Büro, essen oder kaufen ein.
Der Lebens- und Schlafrhythmus ist einfach ein ganz anderer, da das Leben mit dem Aufgang der Sonne (5 Uhr) beginnt und später eine Art Siesta gemacht wird.
Um 17 Uhr ist dann für die meisten Schluss und es beginnt die Rush Hour in Hanoi, da es gegen 18 Uhr auch schon Nacht wird (Aquatornähe).
Wenn wir dann zu Hause sind gehen wir gleich Essen, lernen noch etwas, lesen/ gucken Filme/ unterhalten uns etc.

VorstellungAm Montag beginnt nun das neue Semester an der Universität.
Dass heißt, dass wir ab jetzt weniger Vietnamesischunterricht haben und dafür mit unserer eigentlichen Arbeit beginnen:
Wir unterstützen die Studenten und Schüler beim Englisch lernen. Vobabeln und Gramatik haben sie oft schon ganz gut drauf, aber besonders an der Aussprache hapert es noch sehr.
Und genau da können wir ansetzen.
Fotos von unserer Vorstellung auch im Webalbum, natürlich durften sich die Deutschen Freiwilligen mal wieder zum Deppen machen und ein Lied (Qua Gi – ein vietnamesisches Kinderlied) zum Besten geben. :D
Im Anschluss durften wir auch einem deutschen Stück lauschen: Monsun von Tokio Hotel!
Die sind hier ziemlich groß und zusammen mit den vielen anderen Boybands vor allem bei den Mädchen sehr beliebt…

Teile der neuen Studenten werden im Nationalstadion Hanois unterricht, die Uni hat dort Räume angemietet.
Diese Räume sind die Logenplätze des Stadiums mit Blick auf den Rasen – phänomenal für mich als Fußballfan!
Das Nationalstadium wird meines Wissen im Fußball nur für Länderspiele benutzt, alle Vereine Hanois spielen im Zentralstadion.

Verfasst von: King | 14/10/2009

Stromausfall

Gestern und heute hatten wir mal wieder zwei Stromausfälle für ca. eine halbe Stunde.
Das Stromnetz in Hanoi ist oft überfordert, sodass diese Ausfälle eher die Regel als etwas Besonderes sind.
Besonders zu den Stoßzeiten zwischen 17-18 Uhr steigt der Stromverbrauch durch Klimaanalagen, Ventilatoren und neue elektronische Geräte immens in die Höhe, sodass das Stromnetz kollabiert und die Elektrizitätswerke den Strom komplett abschalten.
Die Vietnamesen bleiben daher auch ganz cool und sind mit Kerzen und batteriebetrieben Lampen bestens auf die Ausfälle vorbereitet.

Passend zu diesem Thema ein Foto vom überirdischen (!) Hanoier Stromkabelsalat, von dem auch mal ein Kabel auf die Straße hängen kann:

Kabelsalat

Verfasst von: King | 10/10/2009

Phở

Heute mal mein erster Beitrag über das Essen.Chicken-pho-vietnamese-soup
Werden sicher mehrere über Köstlichkeiten und Ekelgerichte des Landes, da man in Vietnam sehr gut und günstig essen kann.
Das Nationalgericht des Landes: Phở
Wahlweise meist mit Rind (bò) oder Hühnchen (gà).
Diese Nudelsuppe gibt es an jeder Straßenecke und schmeckt echt lecker!
Sie kostet je nach Viertel zwischen 15.000-30.000 Dong und wird von den Vietnamesen auch zum Frühstück verzehrt. Eine Schüssel macht auch mich gut satt.
Phở müsste es in Berlin bei jedem Vietnamesen geben, nur sicherlich für gute 4 bis 6 Euro.

PS: Neue Fotos online! =)

Verfasst von: King | 05/10/2009

Mittherbstfest

Am Freitag haben wir mit einer Delegation der Nguyen Trai Universität eine Einrichtung für behinderte Kinder besucht.
Dort wurden wurden wir Westler dann wieder präsentiert und viele Fotos von uns geschossen.
Mit den Kindern konnten wir ein paar Sätze wechseln und haben uns ein Konzert von ihnen angehört – beindruckend!
Am Ende mussten wir mal wieder selbst singen, diesmal haben wir „Bruder Jakob“ und „Fuchs du hast die Gans gestohlen“ zum Besten gegeben ;)

Am Tag danach haben wir das Mittherbstfest (Tết Trung thu) zusammen mit ein paar Studenten und Betreuern in unserem Haus gefeiert.
Die Vietnamesen hEierkuchen und Hackfleischaben in unserer Küche vietnamesisches Essen gekocht und da sollten wir natuerlich auch etwas Deutsches beisteuern.
Bedingt durch mangelnde Kochkenntnisse und deutsche Zutaten haben wir uns für Eierkuchen, wahlweise süß mit Erdbeermarmelade (3 Euro im Supermarkt), und herzhaft mit Hackfleisch entschieden.
Etwas strange Eierkuchen in einer Schale mit Stäbchen zu essen, aber es kam gut an!

Das Mittherbstfest kommt ursprünglich aus China und wird dort Mondfest genannt.
Brauch des Festes, das vor allem ein Fest für Kinder ist, ist es Mondkuchen zu verschenken und dann zu essen.
Schmecken etwas gewöhungsbeduerftig, da man vorher nie genau weiß was drin ist. Von Bohnen, über Fleisch, Ei, Ananas und Erdnüssen kann alles dabei sein :)

Ausserdem haben die Vietnamesen 2 Vodkaflaschen mitgebracht, um die deutschen Freiwilligen „mal so richtig abzufüllen“.
Ergebnis: 3 kotzende Studenten, wovon einer die halbe Nacht in unserem Bad geschlafen hat. Zudem war dann für die die Party auch schon um halb 10 beendet.
Die meisten Vietnamesen vertragen halt echt überhaupt nichts :D

Zum Abschluss habe ich mal ein paar Impressionen in ein Video gepackt und bei Youtube hochgeladen:

#1: aus dem Bus vom Flughafen aus
#2: vietnamesische „Metzger“ auf dem Markt
#3: viet. Schüler beim „Sport“
#4: Ho-Chi-Minh-Mausoleum
#5: Beifahrer auf einem Motorbike
#6: Mittherbstfest mit Vietnamesen in unserem Haus
#7: Quatsch mit Kien machen :)

Verfasst von: King | 01/10/2009

Personenkult um Ho Chi Minh

Ich bin noch nicht abgesoffen!
Der Taifun hat es zum Glück nicht ganz Recht nach Hanoi geschafft.
Dafür waren Teile Mittelvietnams überschwemmt, wobei schätzungsweise 30 Menschen gestorben sind.

Am gestrigen Tag hat uns die Uni ein Treffen mit dem vietnamesischen Journalisten und Schriftsteller Tran Duong arrangiert.
Herr Duong konnte Deutsch, da er in seiner Kindheit, zusammen mit 348 anderen Kindern nach Deutschland geschickt wurde. Dies war eine Belohnung der vietnamesischen Führung für die Eltern, die sich besonders tat- und schlagkräftig im Kampf gegen die Feudalisten engagiert haben.
Er hat sehr begeistert von seinen insgesamt 7 Jahren in Deutschland erzählt, die deutsch-vietnamesische-Freundschaft beschworen und immer wieder dem ganzen deutschen Volk für die Hilfe (Medizin und Personal) und Unterstützung (Proteste) gedankt.
In Vietnam hat er dann Journalismus studiert und wurde ständiger Korrespant für Vietnam in Deutschland.
Weiter hat der Herr dann begeistert davon erzählt, wie er 7 Bockwürste pro Tag gegessen hat ;D

Ho_Chi_Minh_1946_croppedIm Laufe der Karriere hat er dann deutsche Werke (Goethe, Brecht, Marx, Engels etc.) ins Vietnamesische übersetzt. Man hat ihm die ehrliche Begeisterung wirklich angemerkt, er kannte mehr deutsche Autoren als viele von uns.
3 Jahre hat er dann von der Front des Vietnamkriegs berichtet und bestimmt 30 Bücher über jeden Schritt Ho Chi Minhs geschrieben. Spätestens da wurde uns klar, dass wir hier zum ersten mal so einen richtigen überzeugten Sozialisten vor uns sitzen haben.
Er hat aber extra mehrmals betont, dass das Tamtam um Onkel Ho kein Personenkult sei, sondern ehrliche Liebe um einen Mann der sich sein ganzes Leben für Vietnam eingesetzt.
Unsere Frage nach der Zensur für Journalisten konnte er aber nicht beantworten, da er laut eigener Aussage nichts kritisches schreibt ;-)

Dem normalen Volk merkt man diese Begeisterung aber nicht an.
Verglichen mit Thailand, wo man überall Plakate von König Bhumipol sieht, ist das gar nichts.
Ungewöhnlich ist für uns auch immer die Frage nach einem „Leader“ der Gruppe.
Denn bei den Vietnamesen gibt es meist einen anerkannten Gruppenanführer, der sagt wo es langgeht und die anderen folgen.
Wir brauchen mit unseren demokratischen Diskussionen um das „Wo, Wie, Warum, Wann“ bei 12 Leuten um einiges länger um mal eine endgültige Entscheidung zu treffen ;D

Wir lernen derzeit noch täglich Vietnamesisch und unterrichten einmal die Woche die Schulkinder der 10. Klasse.
Mit Beginn des Semesters Mitte Oktober haben wir dann nurnoch 3x die Woche Unterricht und werden uns mit den Studenten in 6er-Gruppen treffen und deren Englisch verbessern. Wie wird sich noch herausstellen..

Verfasst von: King | 25/09/2009

Hanoi-Tourismus und Tiếng Việt

In der ersten Woche ist natürlich viel Spannendes geschehen, weshalb ich viel zu erzählen habe.
Bei diesem Eintrag am Besten parallel auch die Bilder zur besseren Visualisierung durchklicken!
Die ersten Tage haben wir unser Viertel erkundet und versucht uns an die Temperatur zu gewöhnen.
Bei 37° fällt es einem sehr schwer irgendwas zu tun, ich könnte quasi die ganze Zeit duschen ;D

UniAm letzten Donnerstag waren wir dann das erste Mal in der Uni, die in einer Art Turm beheimatet ist, in dem auch eine Bank und andere Firmen hausen.
Dort gab es dann den ersten Clash zweier Kulturen: Zuerst wurden wir sehr förmlich begrüßt und haben uns alle vorgestellt.
Siehe: Nguyen Trai University
Doch dann wollten die Vietnamesen, dass wir zur Begrüssung ein Lied zusammen singen!
Da wir Deutschen merkwürdigerweise verklemmt und spießig sind wollte natürlich keiner von uns singen :D
Also hat eine Vietnamesin ein Liebeslied und dieses „If you’re happy and you know it, clap your hands“ gesungen.

Total freakig, aber die Asiaten stehen halt auf Karaoke ;-)
Nun wurden wir durch die Uni geführt und durften vom Büro des Direktors die Aussicht über Hanoi genießen.

Der Plan der ersten Woche sah für uns wie folgt aus:
Eine Hälfte des Tages bestand aus Vietnamesisch lernen mit unserem Lehrer Herr Duc (zu Deutsch: Deutsch oder Deutschland^^).
Anfangs empfanden wir ihn als sehr streng, doch mittlerweile kann er auch mal lachen. Das Wichtigste ist ja, dass er uns etwas beibringt.
In der anderen Hälfte haben wir von unseren Betreuern Sehenswürdigkeiten Hanois bekommen.
Zuerst waren wir in der Oper (Bild: Demonstration für Schulgeld für arme Kinder!), danach im Geschichtsmuseum.
Anschließend spazierten wir am berühmten Hoan-Kiem-See entlang. Zu diesem gibt es eine vietnamesische Legende, die sich bei Interesse unter Hoan Kiem nachlesen lässt.
Der See und vor allem das Grün drumrum ist sehr schön und bietet etwas Ruhe im sonst so stressigen und lauten Hanoi.

Ho Hoan Kiem

St.Joseph-KathedraleLunch gab es dann für uns in der Altstadt (Touri-Zentrum) Hanois:
Gewürzte Schweineohren in Reispapier und Salat, dazu Fischsoßen ;D
Das alte Viertel ist sehr anstrengend, da es hier vor langnasigen Reisegruppen wimmelt, was reichlich abzockende Vietnamesen zur Folge hat.
Aufgrund der Attraktionen, kommt man da aber auch nicht drumrum.
Mein Abendessen war sehr geil: Döner Kebab in Hanoi (siehe Foto)!
Abgeschlossen haben wir diesen schönen Tag mit einem Besuch der St. Josephs-Kathedrale und einem Café in französischem Kolonialstil.

Am 21.09. haben wir den Zoo Hanois besucht.
Der ist leider ziemlich versifft und reperaturbedürftig. Viele Gebäude sind hier nach 10 Jahren schon wieder baufällig, da beim Bau nicht wirklich auf Qualität geachtet wird.
Vor allem tun einem dabei natürlich die Tiere leid, die noch viel schlechter leben als in deutschen Zoos.
Zudem wurde ich massiv von Mücken zerstochen, die den Zoo zuhauf bevölkern.
Lustig war für uns der Kiosk des Zoos, der Deutsch-Vietnamesische Würste verkauft hat!
Gestern waren wir dann im Literaturtempel, der ersten Uni Hanois.
Dort fand gerade eine Feier zu Ehren der besten Studenten statt, schöne Fotos dazu im Stream bei flickr ;-)

Ansonsten mache ich mit der vietnamesischen Sprache schon Fortschritte, wobei es wirklich sehr schwer ist die Betonung und damit den Sinn der Wörter richtig auszusprechen.
Vietnamesisch ist nämlich eine tonale Sprache, bei der (wie im Chinesischen) die Betonung sehr wichtig ist.
Es gibt sechs verschiedenartige Tonarten, die die Aussprache um einiges erschweren.

Soweit erstmal,
liebe Grüße!

Verfasst von: King | 22/09/2009

Cash!

VND

In Vietnam wurde ich gleich am Flughafen zum Millionär :-)
Der vietnamesische Dong ist die Währung Vietnams und für einen Euro erhält man rund 26.000 Dong.
Laut Wikipedia ist der Dong die Währung auf der Welt mit dem niedrigsten Wert (Stand: 1. August 2008).
Die Scheine reichen von 100 bis 500.000 Dong und auf jedem prangt natürlich der gute alte Onkel Ho.
Ein paar Münzen gibt es aber auch.
Die Umrechnung ist anfangs schon stressig aber wie in Urlaubsländern hat man das nach ein paar Tagen verinnerlicht.

Verfasst von: King | 18/09/2009

Good Morning Vietnam!

Anflug

Nun sind wir mit problemlosem Zwischenstopp in Bangkok heil in Hanoi angekommen.
Seit wir dort angekommen sind, schwitze ich quasi permament :D
Min 35° und unsere Bleibe hat keine Klimaanlage! Die Ventilatoren reißen da leider auch nicht viel raus.
Hier haben wir auch Michael getroffen, der schon 1 Jahr in Vietnam sein FSJ geleistet hat und natürlich um einiges erfahrener ist als wir.
Er hat uns gleich mit eisgekühltem Zuckerrohrsaft begrüsst, dazu gab es frische Guaven!
Damit haben wir schon zu Beginn zwei grundsätzliche Regeln gebrochen:
1. Kein Eis (gefrorenes, mit Schwermetallen belastetes Leitungswasser)
2. Die altbekannte Regel der US-Soldaten: Boil it, Peel it, cook it or forget it.
Nunja.. nach ein paar Tagen Hanoi ist einem alles egal, aber dazu mehr in späteren Beiträgen ;)

Viele seiner Tipps sind schonmal sehr wertvoll und praxisnäher als 90% von dem Mist der in den Reiseführern steht.
Unser Gästehaus liegt in einem eher abgelegen Teil von Hanoi, was Vorteile und Nachteile hat.
Zum einen fahren wir zur Uni und zu touristischen Attraktionen eine Weile, zum anderen sind wir aber direkt in einem Viertel, wo es nur sehr wenig Westler gibt und die Leute wenig bis gar nicht Englisch sprechen, sodass wir gewzungen sind viel Vietnamesisch zu sprechen.
Dadurch gucken einen alle Leute wie Aliens an, spaßen rum oder Kinder rufen „Tay“ (Westler)!

Hanoi-Street

Mittlerweile ist Donnerstag der 17. Leider haben wir hier im Haus immer noch kein Internet, sodass ich heute Abend mal ins Internet-Café gehen werde um Kontakt mit euch aufzunehmen ;-)
Diese gibt es hier in jeder Straße, in der die Vietnamesen dann Rollenspiele (World of Warcraft!) oder Strategiespiele (Age of Empire!) zocken.
Ich komme also zurecht :D
Eben waren wir im Bia Hoi und haben frisch gezapftes Bier (4000 Dong ~ 65 Cent), Reis mit Rindfleisch (30.000 Dong ~ 1,15€) und eine Flasche Vodka (70.000 Dong ~ 2,69€) konsumiert ;D
Mehr möchte ich eig. noch nicht auf Vietnam, Hanoi und den Kulturschock eingehen, da ich vieles erstmal verarbeiten möchte.
Hanoi ist aber echt heavy und flasht in Belangen.

PS: Bitte auch die About-Page beachten!

Verfasst von: King | 18/09/2009

One Night in Bahrain..

Schreibe diesen Eintrag grad irgendwo über Indien :D

Die Zugfahrt mit Laptop und PES09 gut gemeistert und in Frankfurt in einer günstigen Pension übernachtet.
In Frankfurt haben wir uns schon in Frankfurt arg verlaufen, zudem war Steven (ein Mitfreiwilliger) mit seinen 20kg und nicht rollbaren Koffer ziemlich überfordert.
Leider hatten wir in Franfkurt 4 1/2 Stunden Stunden Verspätung, da das Exit-Lämpchen (!) defekt war!
Dadurch haben wir unseren Anschlussflieger in Bahrain verpasst und konnten erst am nächsten Abend abfliegen, sodass uns Gulf Air eine Nacht in Bahrain hat springen lassen.
Fotos davon siehe rechts auf meinem Flickr-Album!

Bahrain

War ein 4-Sterne-Hotel inkl. Essen, kann man also nicht meckern.
Dort sind wir bei guten 45° und 90% Luftfeuchtigkeit zu der Hauptmoschee Bahrains gelaufen und haben uns dort von einem Franzosen aus Lyon rumführen lassen und eine Gebetsstunde beobachtet (beeindruckend!).
Danach sind wir mit Unterwäsche in den Hotelpool gesprungen, da unser Gepäck ja noch in Bahrain stand.

Verfasst von: King | 10/09/2009

Abschied

Der erste Eintrag!

Die Zeit bis zur Abreise ist für mich ziemlich schnell vergangen, die Abschiedsparty liegt auch schon hinter mir.
Vielen Dank noch einmal für den schönen Abend, das Mitgebrachte und ganz besonders für das Buch! :)
Vielleicht lad ich noch ein paar Fotos hoch.

Am Samstag geht es nun los, um 18:23 nehme ich den ICE von Berlin-Ostbahnhof nach Frankfurt.
Dort werde ich eine Nacht in einer Pension verbringen und fliege dann um 11:30 nach Hanoi über Bahrain und Bangkok.
3 Flüge – da bin ich gute 1 1/2 Tage unterwegs!

Kontaktaufnahme am besten über den Blog, studivz oder diese email-Adresse: tt_christopher.king@web.de
Werde ja erst vor Ort sehen, was ich für Möglichkeiten haben werde ins Internet zu kommen.

Bis dahin wünsche ich allen viel Spaß auf Arbeit, in der Schule oder beim Studium!
Liebe Grüße, King

Verfasst von: King | 10/09/2009

Musik

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